Verbände

Wechsel an der Nabu-Spitze


Olaf Tschimpke tritt nach 16 Jahren nicht zur Wiederwahl an.
Foto: NABU/ Hoffotografen
Olaf Tschimpke tritt nach 16 Jahren nicht zur Wiederwahl an.

An der Spitze des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) bahnt sich ein Wechsel an. Der langjährige Nabu-Chef Olaf Tschimpke steht nach 16 Jahren für keine weitere Amtszeit bereit.

Im heute veröffentlichten Jahresbericht kündigte der Verbandspräsident an, nach 16 Jahren im Amt nicht erneut für den Posten zu kandidieren. Die nächsten Präsidiumswahlen finden im Rahmen der NABU-Bundesvertreterversammlung im November in Berlin statt. Der Diplom-Geograf Tschimpke ist seit 2003 Chef des NABU. Vor seiner Wahl zum Präsidenten war er insgesamt 18 Jahre als Landesgeschäftsführer und Vorsitzender des NABU Niedersachsen tätig.

Der Nabu konnte im vergangenen Jahr seine Mitgliederzahlen steigern. Deren Zahl ist laut Angaben des Verbandes um rund 42.000 gewachsen. Ende Dezember 2018 zählte der Nabu rund 700.000 Mitglieder und Fördernde. Demzufolge ist der Nabu der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland.

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Auch die Einnahmen der Naturschutzorganisation verbesserten sich weiter: So stiegen die Mitgliedsbeiträge im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,2 Mio. € auf 24,3 Mio. €. Die Spenden zogen gegenüber 2017 um rund 1,1 Mio. € auf insgesamt 7,5 Mio. € an. Die Gesamterträge erhöhten sich um 1,4 Mio. € auf rund 46 Mio. €.

Im Handelsblatt zog Tschimpke einen Tag vor der Veröffentlichung der Jahresbilanz auch Bilanz über seine Amtszeit. Dabei mahnte er auch die Bundesregierung, bei der EU-Agrarreform mehr für den Naturschutz herauszuholen. 114 € flossen jährlich aus den Steuergeldern jedes EU-Bürgers in die EU-Agrarsubventionen, das seien insgesamt 58 Mrd. € und knapp 40 Prozent des EU-Haushalts. Damit müsse wesentlich mehr Naturschutz als heute zu erreichen sein, zitiert das Blatt den scheidenden Nabu-Präsidenten. Von den 114 € würden derzeit weniger als 5 € genutzt, um die Naturschutzleistungen der Landwirte zu honorieren. Dies müsse aus seiner Sicht mehr werden.  

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