Steen Sönnichsen
Westfleisch
Steen Sönnichsen

Unterschiedliche Ansichten über die Strategie sorgen dafür, dass sich die Genossenschaft von ihrem dänischen Vorstandsmitglied trennt.

Aus dem dreiköpfigen geschäftsführenden Vorstand von Westfleisch wird vorübergehend eine Doppelspitze: Auf der heutigen Generalversammlung berichtete Aufsichtsratsvorsitzender Josef Lehmenkühler, dass der Fleischvermarkter aus Münster und sein Vorstandsmitglied Steen Sönnichsen künftig getrennte Wege gehen: „In den vergangenen dreieinhalb Jahren konnten wir gemeinsam vieles bewegen, für das wir Steen Sönnichsen sehr dankbar sind“, sagte Lehmenkühler. Die Genossenschaft sei entsprechend gut gerüstet für die Aufgaben der kommenden Monate und Jahre, doch diese „werden sicherlich nicht einfacher – im Gegenteil“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende.

„In dieser Situation ist es unerlässlich, dass sich die Führung unseres Unternehmens darüber einig ist, wie und auf welche Weise wir die Zukunft unserer Genossenschaft gestalten wollen.“ Die Vorstellungen von Steen Sönnichsen seien dabei in den vergangenen Monaten immer weiter von denen der anderen abgewichen. „Das ist auf der einen Seite bedauerlich, auf der anderen Seite ist es aber nichts Ungewöhnliches“, erklärte Lehmenkühler. „Es ist eine Entwicklung, wie sie in Unternehmen immer wieder vorkommt. Nur, und das ist das Wichtige: Wenn diese Einigkeit nicht mehr gegeben ist, sollte man sich trennen.“ Für seine berufliche und private Zukunft wünschte Lehmenkühler Sönnichsen „alles erdenklich Gute“. Sönnichsens Aufgaben übernehmen zunächst seine bisherigen Vorstandskollegen Carsten Schruck und Johannes Steinhoff. Auf Sicht soll der geschäftsführende Vorstand wieder mit drei Personen besetzt werden.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Sönnichsen stand schon längere Zeit intern unter Druck, nachdem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster gegen Führungskräfte der Westfleisch wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit einem Fleischexport nach China bekanntgeworden waren. Der für das China-Geschäft verantwortliche Vertriebsvorstand Sönnichsen räumte ein, dass an dem Geschäft sein Bruder als Angestellter eines vermittelnden Unternehmens beteiligt gewesen sei. Dadurch habe er Westfleisch „in eine äußerst unangenehme Situation gebracht“, so Sönnichsen.

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
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