Bekämpfung von Braunrost

Bis wann greifen Fungizide?


In den letzten Tagen findet man auf vielen Standorten frische Braunrostpusteln. Hier stellt sich jetzt die Frage, ob eine Bekämpfung noch notwendig ist.

Der Braunrost (Puccinia recondita) benötigt für die Infektion Temperaturen zwischen 18 bis 25 °C mit Regenschauer. Der Braunrost gehört dabei zu den „schnellen“ Pilzen. Die Inkubationszeit - also die Zeit zwischen Infektion und Erscheinen der Symptome - liegt bei nur 90 °C-Tagen. Bei einer Durchschnittstemperatur von 20 °C, die aktuell verbreitet gegeben sind, entspricht das 5 Tagen.

Der Weizen sollte zum Zeitpunkt der Blüte 3 bis 4 aktive Blätter, zur Milchreife 2 und zur Teigreife noch 1 Blatt für die volle Kornfüllung haben. Sterben die Blätter vorzeitig ab, sind Ertragseinbußen vorprogrammiert. Dementsprechend werden auch Fungizidstrategien geplant.

Der letzte Zeitpunkt, um Braunrost noch zu bekämpfen, ist Ende der Blüte (EC 69). Danach darf kein Fungizid mehr eingesetzt werden. Der späte Einsatz von Fungiziden, vor allem von strobilurin- oder carboxamidhaltigen Mitteln verzögert die Umlagerung von Assimilaten aus Blättern und Spelzen in das Korn. Das könnte sich in diesem Jahr angesichts der Hitze und Trockenheit kontraproduktiv auswirken.

Auf Standorten mit Regen oder starkem Morgentau müssen gegen Braunrost anfällige Sorten (BSL-Note 6 bis 8), z.B. Tobak, Impression, KWS Salix, Meister, Discus, Benchmark oder Cubus, kontrolliert werden, vor allem, wenn die letzte Fungizidmaßnahme beim Einsatz von Carboxamid (z.B. Bixafen) oder Strobilurinen (z.B. Azoxystrobin) länger als 20 bis 25 Tage oder beim Einsatz von Azolen länger als 8 bis 14 Tage zurückliegt. Dann läuft der Schutz durch die Fungizide ab und ein Neubefall kann sich unter den aktuellen Witterungsbedingungen rasant aufbauen.

Der Braunrost kann mit Azolen, z.B. Cyproconazol (nur bis EC 61 zugelassen), Epoxiconazol + Metconazol (bis EC 69) oder Tebuconazol (unterschiedliche Zulassung der Produkte mit dem Wirkstoff Tebuconazol beachten!), kurativ sicher bekämpft werden. Diese Azole verteilen sich relativ schnell in der Pflanze und können somit angehenden „schnellen“ Rost am sichersten stoppen. Das Epoxiconazol hat solo eingesetzt eine langsame Stoppwirkung, der Schutz hält wiederum länger vor.

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