Bodenbearbeitung

Die richtigen Schritte nach der Gerstenernte


Einige Gründe sprechen derzeit dafür den gewöhnlichen Ablauf der Bodenbearbeitung nach Getreide in diesem Jahr zu überdenken: 1. flacher Stoppelsturz 2. mitteltiefes Einmischen von Stroh und organischem Dünger 3. krumentiefe Grundbodenbearbeitung

Viele Böden sind vor allem im Norden Deutschlands infolge der anhaltend sommerlichen und niederschlagsarmen Witterung bis weit unter die Krume ausgetrocknet. Damit sind exzellente Voraussetzungen gegeben Strukturschäden und Verdichtungen zu sanieren, die im vergangenen Herbst durch die Bearbeitung der nassen Böden entstanden sind.

Die vorherrschende Trockenheit sollte auf schüttfähigen Böden genutzt werden, um die krumentiefe Bearbeitung vorzuziehen. Dazu eignen sich vor allem Tiefengrubber mit mittlerem Strichabstand (25 bis 30 cm). Durch den Einsatz möglichst schmaler Schare (40 mm) und nicht zu hoher Fahrgeschwindigkeit wird der Mischeffekt und damit die Gefahr des Verschüttens von Ausfallgerste und Unkrautsamen auf ein Minimum reduziert.

In nachgelagerten Bearbeitungsschritten kann dann die eigentliche Stoppelbearbeitung zur Förderung des Aufgangs von Ausfallgerste, Ungräsern und Unkräutern sowie die Einmischung der Ernterückstände erfolgen. Sowohl für die Keimung der Samen als auch für den Abbau des Strohs wird Feuchtigkeit benötigt, die auf vielen Standorten derzeit nicht gegeben ist. Damit sind Bearbeitungsgänge, die diese Ziele verfolgen, erst nach dem Einsetzen von Niederschlägen vorzunehmen.
Wo sich noch Restfeuchte aus den letzten Niederschlägen im Oberboden befindet, kann der krumentiefen Bearbeitung ein flacher Stoppelsturz vorgeschaltet werden, um die Kapillarität zu brechen und damit das Wasser im Boden zu erhalten. Dabei ist auf eine ganzflächige Rückverfestigung Wert zu legen.
Bleibt es bis zum Nachbau von Raps weitgehend trocken, ist vom Einmischen der Ernterückstände gänzlich abzusehen, damit der Strohabbau nicht in Wasserkonkurrenz zur Keimung des Raps tritt. In diesem Fall sind Sämaschinen gefragt, die in der Lage sind die Ernterückstände aus der Saatreihe zu räumen und an der Oberfläche zu belassen.

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