Bodenbearbeitung

Stoppeln bearbeiten oder warten?

Viele Betriebe wurden aufgrund der frühen Reife und der guten Erntebedingungen bereits im Juli mit der Getreideernte fertig. Verbreitet herrscht jedoch Unsicherheit über die weitere Vorgehensweise bei der Stoppelbearbeitung.

 

Die andauernde Trockenheit erschwert das Eindringen der Werkzeuge in den Boden, erhöht den Verschleiß und führt aufgrund der Staubbildung zu nicht unerheblicher Beeinträchtigung der Umwelt, z.B. durch Sichtbehinderungen auf angrenzenden Straßen.
Dennoch sollte in vielen Fällen eine zügige Stoppelbearbeitung erfolgen, um durch Brechung der Kapillarität die Restfeuchte im Boden zu halten. Dies gilt vor allem für Böden mit hohem Ton- und Schluffanteil (Lehmböden), die über den kapillaren Aufstieg Wasser an die Oberfläche bringen und durch Evaporation verlieren.

Leichte, sandige Böden dagegen sind meist bis unter die Krume ausgetrocknet. Hier kann mit der Bodenbearbeitung gewartet werden bis die nächsten Niederschläge fallen. Selbst bei geringer Restfeuchte ist auf leichten Böden nicht mit größeren Evaportionsverlusten zu rechnen, da in den groben Poren kaum kapillarer Aufstieg stattfindet.

Die Trockenheit sollte weiterhin genutzt werden, um tief lockernde Bearbeitungsgänge vorzuziehen. Dafür sind Tiefengrubber mit schmalen Scharen und geringer Mischwirkung einzusetzen. Das vorzeitige Pflügen zu Raps oder Wintergetreide sollte dagegen aufgrund des Wasserverlusts unterbleiben, wenn sich noch Restfeuchte im Boden befindet.

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