Bodenbearbeitung

Vorarbeiten oder „Rum und Rein“?


Die anhaltende Trockenheit bringt verstärkt Probleme mit der Rückverfestigung des Ackers mit sich.

 

Auf schüttfähigen Böden, die sich bei noch verbliebener Restfeuchte in der Krume für „Rum und Rein“-Systeme (Aussaat folgt unmittelbar auf Grundbodenbearbeitung) anbieten, wird es zunehmend schwerer nach einer tiefen Lockerung den Boden für eine kurzfristig danach folgende Aussaat ausreichend fest zu bekommen. Mit höheren Humusgehalten verschärft sich das Problem.

Die Kombination aus Pflug und Untergrundpacker liefert dabei deutlich bessere Ergebnisse als die Tiefengrubber. Dies liegt in erster Linie an den überwiegend horizontal wirkenden Nachlaufgeräten (Reifenpacker, geschlossene Gummiwalzen) der meisten Grubber. Da sich bei den meisten Fabrikaten kurzfristig kein Tausch der Walze bewerkstelligen lässt, sollten folgende Grundsätze für eine bessere Rückverfestigung beachtet werden:

- Schmale Schare (4 bis 6 mm) lockern den Untergrund, kosten wenig Zugkraft und mischen kaum. Damit wird weniger lose, puffige Erde im Oberboden produziert, die sich nicht rückverfestigen lässt, als mit breiten Scharen (8 bis 10 mm)
- Durch die Verringerung der Fahrgeschwindigkeit beim Grubbern können die Nachläufer auf der gleichen Stelle einen längeren Druck ausüben. Auf diese Weise wird nicht nur die Rückverfestigung verbessert, sondern auch das Staubaufkommen gemindert.
- Zwischen Grundbodenbearbeitung und Aussaat sollten auf den nahezu strukturlosen Böden mindestens 3 bis 4 Tage liegen, damit sich der Boden setzen kann. Damit geht allerdings auch noch mehr Wasser verloren.
- Im Zweifel ist vor der Aussaat eine Überfahrt mit einer großvolumigen (Wiesen-) Walze vorzuschalten. Bei der Aussaat dürfen die Vorwerkzeuge nur noch minimal in den Boden eingreifen.
- Möglichst flach in den staubtrockenen Boden säen, damit weniger Regen für die Keimung ausreicht. Die Wasserfront im Boden muss dazu 2 cm unter den Saathorizont reichen. Auf sandigen Böden reichen 5 mm, damit der Regen den Boden 4 cm tief durchfeuchtet, auf schluffig-lehmigen Böden sind dazu wenigstens 10 mm erforderlich.
Bei einer in der kommenden Woche geplanten Rapsaussaat sollten die Böden, wenn noch nicht geschehen, möglichst noch in dieser Woche tief gelockert werden.

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