Boden prüfen

Wann es Zeit für Proben ist

Die Ernte hat 14 Tage bis 3 Wochen früher begonnen als sonst die Jahre. Diese gewonnene Zeit sollte man für die Vorbereitung einer gezielten Entnahme von Bodenproben nutzen.

Nach der Ernte ist die Probenahme auf den meisten Standorten am einfachsten und auch sinnvollsten, vorausgesetzt, der Bohrstock lässt sich noch leicht genug in den ausgetrockneten Boden drücken. Auf schweren Böden ist der Zeitpunkt weniger wichtig als auf leichten Böden. Je sandiger der Boden, umso mehr sollte der Zeitpunkt der Probenahme auf die gleiche Vorfrucht und Zeit fixiert werden. Beispiel: Auf sandigen Böden wird man eine Probe alle 3 bis 5 Jahre nach der selben Frucht (z.B. Gerste oder Roggen) nehmen. Der Grund dafür ist die schnellere vertikale Nährstoffdynamik leichter Böden, die sich im Jahresablauf und je nach Vorfrucht stärker verändert.

Mittlerweile gibt es genug Firmen, die die Bodenprobenahme und Analyse vollständig übernehmen. Das hat den Vorteil, dass der Landwirt zeitlich entlastet wird. Dafür wiederum hat er am Ende nur Zahlen und bunte Karten vorliegen, wenn er sich selbst weniger mit seinem Boden auseinandersetzt. Je heterogener ein Standort, desto wichtiger ist eine gezielte Beprobung in Abhängigkeit von Bodenunterschieden, die sich auf den Ertrag auswirken.

Wenn der Landwirt gezielt Probestellen auswählt und die Probennahme dort auch beaufsichtigt, bemerkt er Fehler in der Bodenstruktur oder Unterschiede in der Krumentiefe und versteht im Nachhinein die Analysewerte besser, kann sie interpretieren und gezielt darauf reagieren.

Bei einer zieltorientierten Bodenprobenahme sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Stellen gezielt mit Hilfe von Luftbildern (Internet, Flugzeug, Drohnen etc.) auswählen. Dabei nasse und trockene Jahre vergleichen. Bilder, die z.B. Ende Mai dieses Jahres aufgenommen wurden, lassen aufgrund der Trockenheit sehr gut die Bodenunterschiede erkennen, auf die auch in der Bewirtschaftung Rücksicht genommen werden kann.
  • Bekannte Problemstellen separat beproben.
  • Langjährig (mehr als 5 Jahre) pfluglos bewirtschaftete Betriebe sollten die Proben aus 2 bis 3 Tiefen (z.B. 0-10 cm, 10-20 cm und 20-30 cm) entnehmen. Bei pfluglos wirtschaftenden Betrieben ist eine Nährstoffakkumulation in der oberen Bodenschicht zu beobachten, während der untere Krumenbereich zusehends verarmt. Die Vermischung der Proben aus verschiedenen Tiefen führt zu einer ungenauen Aussage. Auf vielen Standorten fallen die oberen 10 cm über 30 Tage im Jahr trocken. Die Vorräte an Nährstoffen, vor allem an Phosphor, werden aus der obersten Schicht nur unzureichend genutzt und suggerieren eine zu gute Versorgung.
  • In Betrieben mit regelmäßigem Pflugeinsatz sollte die Probenahme auf Pflugtiefe (z.B. 30 cm) erfolgen. Durch die regelmäßige wendende Bodenbearbeitung werden die Nährstoffe gut vermischt.

Es gibt durchaus auch Unternehmen, die Bodenprobenahme so gezielt und präzise vornehmen. Wichtig ist aber, dass am Ende der Landwirt weiß, warum unterschiedliche Werte auftreten sind und er entsprechend reagieren kann.

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