Bodenproben

In weitergehende Analysen investieren


Nach der Ernte des Wintergetreides ergibt sich ein Zeitfenster für die Ziehung der Bodenproben. Grundsätzlich sollten regelmäßig der pH-Wert und der Gehalt an Grundnährstoffen überprüft werden.

Speziell auf besseren Böden ist nach längerer Trockenheit ein Aufstieg basisch wirksamer Substanzen zu beobachten, die natürlicherweise zur Erhöhung des pH-Wertes beitragen können. Eine turnusgemäße Kalkung ohne vorherige Prüfung der Verhältnisse kann demnach sogar nachteilig sein.

Da der richtige pH-Wert in erster Linie von der Bodenart abhängig ist, sollte hier Klarheit geschaffen werden. Mindestvoraussetzung hierfür ist die Ermittlung des Tongehaltes. Idealerweise werden für die unterschiedlichen Standorte im Betrieb jedoch gleich umfängliche Schlämmanalysen durchgeführt (Ermittlung von Ton- Schluff- und Sandgehalt). Da sich die Textur des Bodens nicht ändert, ist das eine einmalige Investition. Die meist übliche Fingerprobe zur Bestimmung der Bodenart führt leider zu häufig zu gravierenden Abweichungen.

Über zusätzliche Untersuchungen können darüber hinaus hilfreiche Informationen gewonnen werden. Vor dem Hintergrund der Begrenzungen durch die Düngeverordnung gilt es insbesondere die potenzielle Stickstoffnachlieferung der Böden exakter einschätzen zu können. Mithilfe von Humusgehalt und C/N-Verhältnis der Böden können sichere Rückschlüsse auf deren N-Mobilisierungsvermögen gezogen werden. Da diese Parameter durch die Bewirtschaftung beeinflusst werden können ist alle 10 Jahre eine Wiederholung der Untersuchung sinnvoll.

Auf schweren Böden kann zudem die Untersuchung der Austauschkapazität und der Kationenverhältnisse eine sinnvolle Ergänzung des Untersuchungsumfanges sein. Starke Verschlämmungsneigung oder schlechte Wirkung von Harnstoff- oder Ammonium-haltigen N-Düngern oder auch ungenügende Wirkung von Bodenherbiziden können Indizien für Probleme in diesem Bereich sein.

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