Düngung

Streifen- und Tiefendüngung zu Raps

Auf jahrelang nicht gepflügten Flächen nehmen die Gehalte an Phosphor und Kali im Boden trotz regelmäßiger Entzugsdüngung in der Krume von oben nach unten stark ab, vor allem auf Standorten mit Frühjahrstrockenheit.

 In den oberen 5 bis 10 cm ist dagegen oft sogar eine Zunahme der Nährstoffgehalte zu beobachten. Das führt zu Fehleinschätzungen des Gesamtbildes über die kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen, wenn sich die Gehalte im unteren Krumenbereich im Mangel-Bereich bewegen.

Ursache dafür ist das regelmäßige Austrocknen der oberen 5 bis 10 cm des Bodens. Das ist auf vielen Standorten in Mitteleuropa in 8 von 10 Jahren zwischen der 3. Aprildekade bis zur 3. Mai-Dekade der Fall. In dieser Phase können weder Raps noch Getreide den Nährstoffbedarf aus der obersten Bodenschickt decken und sind auf die Aufnahme von Nährstoffen aus den unteren Krumenbereich angewesen. Das führt dazu, dass die Gehalte an Nährstoffen mit geringer Beweglichkeit (z.B. Phosphor, Kalium, aber auch Spurenelemente) in den unteren Schichten zusehends verarmen. Deren Beweglichkeit nimmt ab, je schwerer (= bindiger) der Boden ist.

In Betrieben, die regelmäßig pflügen, wird der vorher gestreute Dünger in der Krume gleichmäßig verteilt. Das ist der Grund, warum gepflügte Schläge bei Trockenheit häufig doch länger durchhalten. Pflügen wäre auch am einfachsten, um die vertikale Nährstoffschichtung zu beheben und den Dünger tief einzuarbeiten.

Bei pflugloser Bewirtschaftung ist das schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Beim Grubbern ist mit einer Einmischtiefe von maximal 50 % der Arbeitstiefe zu rechnen. Um wenig bewegliche Nährstoffe tief genug einzuarbeiten, muss der Dünger direkt hinter den Scharen ausgebracht werden. Diese spezielle Art von „Düngerschare mit Düngerschlauchen“ wird bereits von mehreren Maschinenherstellern angeboten. Sie haben den Vorteil, dass der Dünger streifenweise bis zur Bearbeitungsgrenze eingebracht wird.

Vorteil dieser Art der Düngung ist, dass Phosphor oder Kalium konzentriert und tief in einem Düngerstrang abgelegt wird und die Nährstoffe dadurch länger pflanzenverfügbar bleiben als in der häufig austrocknenden obersten Bodenschicht. Bei Nährstoffgehalte im A-/B-Bereich müssen Phosphor und Kalium zusätzlich zur Düngung in der Reihe auch breitflächig ausgebracht werden, damit die Pflanzen den gesamten Wurzelraum nutzen können. Beobachtungen aus diesem Jahr zeigten, dass unter sehr trockenen Bedingungen die Bestände mit Tiefendüngung länger durchhielten als andere Bestände, denen nur die Nährstoffe in der obersten Bodenschicht zur Verfügung standen. Die Beobachtungen schlugen sich auch im Ertragsergebnis nieder.

Auf schweren Böden über 25 % Ton hat das Ablegen des Düngers im Depot einen weiteren Vorteil. Die Nährstoffe bleiben dadurch besser und länger verfügbar, weil die Konzentration im „Düngerband“ deutlich höher ist. Dadurch wird z.B. in kalifixierenden Böden nur ein Teil des Kalium durch die Tonminerale festgelegt, der Rest bleibt pflanzenverfügbar.

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