Düngung

Welche N-Form für die Qualitätsdüngung bei Weizen?

Bei der Qualitätsdüngung von Weizen stellt sich die Frage der effektivsten Stickstoffdüngerform. Entscheidungsfaktoren sind in erster Linie der Standort (Boden) und die Wasserversorgung des Bodens.

Auf feuchten Böden ist Harnstoff zu bevorzugen. Ein Großteil des Harnstoffs wird in den ersten 5 bis 8 Tagen nach der Düngung als NH4 (Ammonium) und sogar direkt als Harnstoff aufgenommen. Beide N-Formen werden in der Wurzel und im unteren Sprossbereich bereits in Aminosäuren eingebaut. Die Aminosäuren werden direkt in die wachsende Ähre transportiert. Durch die Harnstoffdüngung altern zudem die Wurzeln langsamer.

Im Vergleich zum Kalkammonsalpeter (KAS) braucht der Harnstoff sogar weniger Wasser, um in Lösung zu gehen. Allerdings wird Harnstoff durch die Urease innerhalb von 1 - 2 Tagen zu NH4-Stickstoff umgewandelt. Dieser wird im trockenen Boden durch die Tonminerale festgelegt. Auf Böden mit maximal 8 Prozent Tonanteil ist aber auch in Trockengebieten eine Spätgabe mit Harnstoff ohne Probleme möglich.

Auf Böden mit einer hohen Bindigkeit (über 18 Prozent Ton) wird das NH4 an die Austauscher gebunden und ist somit kaum bis nicht mehr pflanzenverfügbar. Auf solchen Böden kommt unter trockenen Verhältnissen nur der Nitrat-Anteil im KAS schnell genug zum Wirken. Am besten wirkt unter diesen Bedingungen der Kalksalpeter, der aber nicht zu bezahlen ist.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Versorgung mit Schwefel. Um 10 kg Stickstoff zum Wirken zu bringen, ist 1 kg Schwefel notwendig. Für die Bildung von Eiweiß spielt Schwefel eine wichtige Rolle. Schwache Sedimentationswerte oder regelmäßig vorzeitig abstürzende Fallzahlen sind häufig auf eine unzureichende Schwefelversorgung zurückzuführen. Lagen die Smin-Werte (bis 90 cm) im Frühjahr unter 50 kg/ha, ist eine zusätzliche Schwefelspätdüngung mit 15 bis 20 kg/ha Schwefel zu Qualitätsweizen angebracht.

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