Entscheidungskriterien

Muss Raps noch nachgekürzt werden?


In Deutschland zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild der Rapsbestände. Obwohl einige Bestände erst jetzt auflaufen, muss auf anderen, wo bereits Ende September das 6-Blattstadium erreicht wurde, über eine Nachkürzung diskutiert werden.

Aktuell liegen die Temperaturen in den meisten Region tagsüber über 20 °C. Das führt noch zu einem intensiven Blattwachstum mit intensiver Stängelstreckung. Das ist einerseits für die schwachen Bestände von Vorteil, auf der anderen Seite werden sich die weit entwickelten Bestände überwachsen und sind dadurch auswinterungsgefährdet.

Ist noch keine Einkürzung erfolgt, muss der Raps, der in den letzten Tagen das 8-Blattstadium erreicht hat, unbedingt noch gestaucht werden, weil die Sprossachse angefangen hat, sich zu strecken.
Wurde der Raps im 4 bis 6-Blattstadium bereits einmal gekürzt, ist eine Nachkürzung notwendig, wenn:
  • die Sprossachse (Vegetationskegel) länger als 1 cm ist,
  • die Bestandesdichte zu hoch ist (mehr als 40 Pflanzen/m²) oder viel Ausfallraps aufgelaufen ist,
  • die letzte Kürzung vor über 14 Tagen durchgeführt wurde.
Trifft einer dieser Faktoren zu, besteht die Gefahr, dass der Raps sich vor Winter streckt. Bei einer Sprossachsenlänge von mehr als 3 cm über dem Wurzelhalses steigt das Auswinterungsrisiko erheblich.
Bei feuchtem Oberboden können auch Wachstumsregler, die teilweise über den Boden wirken (Paclobutrazol) zum Einsatz kommen. Das Paclobutrazol hat eine sehr starke Einkürzungswirkung und außerdem eine gute Wirkung gegen Wurzelhals-Phoma sowie gegen Myzel-Infektionen mit Sklerotinia unter trockenen Bodenbedingungen sind ausschließlich blattaktive Wirkstoffe für die Einkürzung des Rapses zu empfehlen. (z.B.: Tebuconazol, Metconazol, Metconazol + Mepiquat).
Themen:
Raps Nachkürzung

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