Entwicklung Winterweizen

Wenn die Ähre zu langsam wächst

Der Winterweizen erreicht in diesen Tagen verbreitet das Fahnenblattstadium (EC 39). Getrieben von den überdurchschnittlichen Temperaturen in den letzten Wochen wurde die Blattentwicklung der Getreidebestände beschleunigt.

Da die generative Entwicklung (Ähre) aber in erster Linie von der Tageslänge gesteuert wird, konnte die Streckung der Ähre in den Sorten mit hohem Tageslängenanspruch mit dem rasanten Aufbau des Blattapparates nicht Schritt halten.

In Sorten mit hohem Tageslängenanspruch (Tobak, Julius) hinkt die Entwicklung der Ähre noch deutlich hinterher. Bevor Herbizide, Wachstumsregler oder wachstumsregulatorisch wirksame Fungizide (Tebuconazol, Metconazol) im Fahnenblatt gespritzt werden, muss deshalb erst der Halm aufgeschnitten werden, um die Länge der Ähre zu kontrollieren. Eine Behandlung sollte erst erfolgen, wenn die Ähre mindestens 6 cm erreicht hat. „Blinde“ Spritzungen in EC 37 (Fahnenblatt spitzt) dürften vielfach in diesem Jahr in diesen Sorten zu früh kommen. Verkürzte Ährenspindeln sowie eine gestörte Anbindung der Leitbahnen an die Ährchen können die Folge sein. Dadurch werden sowohl die Korndichte als auch das TKG negativ beeinflusst.

Auf Standorten mit Spätverunkrautung und gleichzeitigem Wachstumsreglerbedarf gilt es, die Termine im Fahnenblattstadium akribisch zu planen. Der Wuchsstoffeinsatz gegen Klettenlabkraut, Kamille, Kornblume, Distel und Ausfallkartoffeln ist grundsätzlich vor einer vorgesehenen Wachstumsregulierung zu platzieren. Nach 3 bis 4 Tagen kann dann die Kürzung - ggf. kombiniert mit einem Fungizid - erfolgen. Dabei werden bei der derzeitigen Entwicklung der Weizenbestände voraussichtlich beide Spritzungen auf das voll entwickelte Fahnenblatt kommen.

Die Spritzung mit ethephon-haltigen Wachstumsreglern muss abgeschlossen sein, bevor die Ähren spitzen bzw. bevor sich ersten Ähren aus der Fahnenblattscheide herausdrücken.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats