Frühjahrskulturen

Grunddüngung effizient gestalten

Die Düngeverordnung erlaubt es nicht mehr, selbstverursachte Fehler durch höheren Düngeraufwand zu reaparieren. Im Gegenteil: Nährstoffe müssen möglichst effizient durch die Pflanze genutzt werden.

Bei der Grunddüngung mit Phosphor und Kalium ist darauf zu achten, dass die ausgebrachten Nährstoffe auch dort landen, wo sie später von der Pflanze am sichersten aufgenommen werden. Die häufigsten Fehler werden bei der Terminierung und der Platzierung beziehungsweise Einmischtiefe der Dünger verursacht.

Termin der Düngung

Phosphor „altert“ im Boden, indem es Komplexe mit zwei- und höherwertigen Kationen (z.B. Ca, Fe, Al) bildet. Je länger der Alterungsprozess anhält und je mehr freie, mehrwertige Kationen (z.B. Kalzium) vorliegen, umso weniger Phosphor bleibt in Lösung. Mais oder Kartoffel können „gealtertes“ Phosphor schlecht erschließen. Soja, Erbsen und Zuckerüben können das deutlich besser und reagieren deshalb weniger auf den Termin der P-Düngung.

P-Dünger sollten vor Mais und Kartoffel möglichst kurz vor der Saat ausgebracht werden.
Bei Rüben und Leguminosen kann die Düngung dagegen bereits im Herbst fallen.

Kalium bildet keine Komplexe, wird aber verstärkt durch Trockenheit an Austauscher (Ton, Humus) gebunden. Je stärker die Trockenheit ausgeprägt ist, umso weniger ist das Kalium pflanzenverfügbar. Das konnte dieses Jahr vor allem in Zuckerrüben beobachtet werden. Trotz der Düngung des Entzuges waren viele Rüben nicht ausreichend mit K (und mit P) versorgt. Auf diesen Standorten sind die Pflanzen zuerst verhungert, bevor sie verdurstet sind.

Platzierung des Düngers

Phosphor sollte bei allen Frühjahrskulturen in den Hauptwurzelhorizont eingemischt werden. Dieser befindet sich in der Schicht 10 bis 25 cm unter der Bodenoberfläche. Phosphor ist ein immobiler Nährstoff, deshalb muss der Dünger vor der tiefen Bodenbearbeitung ausgebracht werden, damit er in die notwendige Tiefe eingemischt wird. Am besten eignen sich dafür der Pflug oder Tiefendüngerschare. Auf schweren Böden ist das nur im Herbst möglich. Auf leichten Böden wiederum bietet sich dazu auch die Frühjahrsfurche an. Auf diese Weise wird auch der „Alterung“ des Phosphors entgegengesteuert.

Kalium ist mobiler als Phosphor. Allerdings muss nach Bodenart unterschieden werden. Auf Böden mit mehr als 15 Prozent Ton ist Kali wenig beweglich. Auf sandigen Böden unter 6 Prozent Ton kann Kalium sogar ausgewaschen werden.

Demnach muss das Kalium auf tonigen Böden wie Phosphor tief eingearbeitet werden.
Auf sandigen Böden und hoher Niederschlagstätigkeit sollte Kalium in Teilgaben ausgebracht werden: 50 Prozent im Herbst und 50 Prozent im Frühjahr vor der Saatbettbereitung.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats