Getreidebeizung

Winterweizen

Die Beizung ist nach wie vor ein effektiver Schutz gegen Krankheiten. Mit geringen Mengen werden sowohl saatgut- als auch bodenbürtige Erreger sicher kontrolliert.

Auch unter ungünstigen Saat- und Auflaufbedingungen wird der junge Bestand durch die Beize geschützt. Neben einem ausreichenden Beizschutz sollte aber auch auf die Triebkraft und eine gleichmäßige Kalibrierung des Saatgutes sowie auf eine exakte Saatgutablage geachtet werden. Das sind die Voraussetzungen für gleichmäßige, vitale Bestände.

Gegen Flugbrand und Steinbrand wirken alle zugelassenen Beizmittel außer Celest und Toledo, die keine Wirkung gegen Flugbrand haben, aber gegen Steinbrand. Celest bietet sich somit für Spätsaaten an, da Flugbrand vor allem in Frühsaaten auftritt. In den Höhenlagen über 300 m in Süddeutschland ist auch Zwergsteinbrand anzutreffen. Difenoconazol ist in diesem Fall der Wirkstoff der Wahl. Gegen Schneeschimmel sind Fludioxinil bzw. Prochloraz wichtige Bausteine in der Beize. Als Spezialist gegen Schwarzbeinigkeit ist der Wirkstoff Silthiofam zu nennen. Dieser wirkt aber nur gegen Schwarzbeinigkeit. Mit Schwarzbeinigkeit ist in diesem Herbst mehr zu rechnen, vor allem, wenn in den letzten 5 Jahren wenigstens dreimal Getreide angebaut wurde. Das Silthiofam ist jetzt auch in der Wintergerste zugelassen.
Für die Bekämpfung der bodenbürtigen Erreger muss sich ein stabiler Beizhof um das Samenkorn herum bilden. Gegen Fusarien, die in die Aleuronschicht bzw. in den Mehlkörper eingedrungen sind, sind systemische Eigenschaften der Wirkstoffe gefragt. In diesem Fall sind Tebuconazol sowie Prothioconazol die Wirkstoffe der Wahl.


Weiter ist auf Septoria nodorum zu achten. Dagegen wirken vor allem das Prothioconazol sowie das Triticonazol. Halmbasiskrankheiten wie Rhizoctonia, Pseudocercosporella und auch Fusarien an der Halmbasis werden mit der Beizung nicht erfasst.
Vorsicht bei frühen Saatterminen und hohen Bodentemperaturen über 15 °C sowie bei trockenem Boden. Dadurch werden wärmeliebende Halmbasiserkrankungen wie Rhzioctonia graminis, Schwarzbeinigkeit und Fusarium begünstigt.

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