Getreidebestände

Auf Gelbrost reagieren


Seit 2 Wochen meldeten Landwirte aus West- und Mitteldeutschland Gelbrostbefall im Getreide. Vereinzelt wurde Gelbrost auch im Osten (Sachsen und Sachsen-Anhalt) beobachtet.

Die stärkere Verbreitung des Gelbrostes hängt mit dem kühl-feuchten und windigen Wetter der letzten beiden Wochen zusammen. Die ersten Symptome sind gelbe Kessel im Schlag, vor allen hinter Wischschutzstreifen oder vor dem Waldschatten, die sich auf Zimmergröße ausgeweitet haben und bei der derzeitigen Witterung innerhalb weniger Tage sich auf den ganzen Schlag ausdehnen können.

Die Symptome treten Anfangs als leicht orange bis gelbe Pustel in Streifen angeordnet auf dem Blatt auf, im Gegensatz zum Braunrost, dessen braune Pustel über das Blatt verteilt sind. Bei starkem Befall stirbt der gesamte Blattapparat ab.

Entschieden vorgehen

Gelbrost (Puccinia striiformis) ist hat eine sehr kurze Inkubationszeit von 110 °C. Bei erkennbarem Befall muss deshalb ein schnelles Azol zum Einsatz kommen, z.B. Cyproconazol oder Triadimenol bzw. auch noch Tebuconazol und Metconazol. Gegen erste Pustel bei einem gerade angehenden Befall reicht auch ein langsames Azol wie das Epoxiconazol. Das Gelbrost-Wirkung von Prothioconazol ist vor allem bei fortgeschrittenem Befall zu schwach. Das Propiconazol hat eine unzureichende Rostwirkung.

Eine länger anhaltende, protektive Wirkung wird durch Strobilurine (z.B. Azoxstrobin) oder Carboxamide (z.B. Bixafen, Fluxapyroxad, Solutenol) erreicht. Wenn diese nur in Kombination mit langsamen Azolen oder mit Prothioconazol zur Verfügung stehen, ist die Zumischung eines schnellen Azols angebracht.

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