Getreideblätter

Weiße Flecken nach der Herbizidspritzung

Carotin-Synthese-Hemmer oder Chlorotika wie Diflufenikan, Beflubutamid und Flurtamone können weiße Flecken auf den Getreideblättern verursachen, selbst wenn die Wirkstoffe vor dem Auflaufen auf den blanken Boden gespritzt wurden.

 

Verstärkt treten die Symptome in den Überlappungsbereichen vor. Die Wirkstoffe werden beim Durchstoßen des Spritzfilms auf dem Boden über das Blatt aufgenommen. Normalerweise kann das Getreide diese Wirkstoffe auf enzymatischen Weg schnell entgiften. Wenn allerdings die Enzymbildung gestört ist, z.B. durch schlechte Versorgung mit Spurenelementen (Cu, Fe, Zn, Mn) oder bei wenig wüchsigem, auch zu trockenem Wetter, wird die Entgiftung stark eingeschränkt. Werden die Enzyme nicht schnell genug, bzw. nicht in ausreichender Menge gebildet, wird die Bildung der Schutzpigmente (Karotin) gestört, die die Pflanze vor der UV-Strahlung schützen.

Die „chlorotischen“ Flecken, die durch Lichteinwirkung weiß werden, sind typisch für diese Störung der Carotin-Synthese in den Chloroplasten. Die Schäden bleiben auf die weißen Flecken begrenzt und dehnen sich nicht weiter aus. Wenn danach noch wenigstens 2 Blätter gebildet werden, ist keine direkte Ertragsbeeinträchtigung zu erwarten.

Allerdings bildet das geschädigte Gewebe eine Eindringpforte für fakultative Schwächeparasiten. z.B. für Schneeschimmel (Microdochium nivale), Fusarium culmorum oder auch für Typhula.

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