Kartoffeln

Krautfäule erfordert rechtzeitige Behandlung

Das derzeit starke Massenwachstum sowie örtlich heftige Gewitterniederschläge erfordern einen rechtzeitigen Spritzstart gegen Krautfäule. Auch die Folgebehandlungen sind anzupassen.



Worauf ist zu achten?

Bei der Bekämpfung von Phytophthora infestans ist zwischen Primär- bzw. Sekundärinfektionen zu unterscheiden.

Die Primärinfektion geht meist von infiziertem Pflanzgut aus. Unter idealen Bedingungen keimen Sporen an der Knollenoberfläche aus. Bei sehr hoher Bodenfeuchte können sich Zoosporen auch von Staude zu Staude bewegen. Durch Sporulation im Boden kommt es zur Infektion unterer Stängelabschnitte. Der Pilz ist aber auch in der Lage systemisch im Stängel hoch zu wachsen und obere Pflanzenteile zu infizieren. Die Primärinfektion setzt sehr hohe Bodenfeuchtigkeit zwischen dem Pflanzen und der Jugendentwicklung voraus, längere Trockenphasen in dieser Zeit verringern das Risiko eines Primärbefalls.

Für die Sekundärinfektion kommen Abfallhaufen, Frühkartoffelbestände, aber auch Durchwuchskartoffeln als Infektionsherde in Frage. In diesem Fall werden die gebildeten Sporen von außen in die Bestände durch Wind eingetragen. Bereits ab 4 Stunden Blattnässe kann es zur Infektion kommen. Die kurze Inkubationszeit von nur 2 bis 3 Tagen verdeutlicht die Aggressivität dieses Erregers.

Bekämpfung Primärinfektion

Nach erfolgter Primärinfektion kann sich das Mycel von Phytophthora infestans in den Stängel hinein nach oben ausbreiten. Aus diesem Grund kommen nur Wirkstoffe in Frage, die das systemische Mycelwachstum hemmen. Bei spätem Spritzstart bzw. hohem Infektionsdruck haben vollsystemische Wirkstoffe wie Propamocarb, Metalaxyl sowie Cymoxanil gute Wirkungsgrade, da Infektionsherde an der Pflanze sehr schnell erreicht werden.

Bei frühzeitigen Erstbehandlungen oder in Folgespritzungen bringen translaminare Wirkstoffe (Dimethomorph, Mandipropamid) einen stark ausgeprägten Präventivschutz, wobei auch der Neuzuwachs durch Depotabgabe aus der Wachsschicht geschützt wird.

Bekämpfung Sekundärinfektion

Hier muss die Sporenkeimung effektiv unterbunden werden. Vor allem teilsystemische, aber auch Kontaktwirkstoffe zeigen hier sehr gute Wirkungen. Bekannte Vertreter, welche die Sporenkeimung verhindern bzw. die Sporen abtöten sind beispielsweise das Dimethomorph, Mandipropamid, Cymoxanil, Cyazofamid, Famoxadone oder Fluazinam.

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