Winterraps

Lagerrisiko von Raps richtig einschätzen


Um das Lagerrisiko richtig einschätzen und somit auch die richtige Wachstumsreglerstrategie wählen zu können, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Das Lagerrisiko eines Rapsbestandes hängt ab

  • von der Standfestigkeit der Rapssorte, lageranfällige Rapssorten sind z.B. Arsenal, Sherlock.
  • von der Bestandesdichte: unter 25 Pflanzen je m² ist das Lagerrisiko gering, ab 60 Pflanzen je m² bzw. wenn der mittlere Abstand zwischen zwei Nachbarpflanzen weniger als 10 cm beträgt, steigt das Lagerrisiko sprunghaft an. Dieses Problem wird durch ungleichmäßige Häufchen-Ablage verstärkt.
  • von der Entwicklung des Rapses im Kurztag: Je länger der Raps unter Kurztagbedingungen wächst, umso länger wird der Spross, umso höher ist die Lagerneigung. Bestände, deren Sprosse am 1. April bereits 40 cm hoch sind, müssen stärker eingekürzt werden als Beständen, in denen der Raps noch keine 10 cm hoch ist.
  • von der Beschattung der Stängelbasis:
    Bei geringen Blattverlusten im Winter gelangt weniger Licht an die Stängelbasis, damit setzt die Verholzung des Stängels später ein und der Raps knickt leichter um. Auch eine frühe, aber für die Einkürzung zu knapp bemessene Azolspritzung kann bewirken, dass alte Blätter nicht abfallen und damit das Lagerrisiko steigt.
  • Nicht zu unterschätzen ist das krankheitsbedingte erhöhte Lagerrisiko, wenn Phomabefall an der Stängelbasis, unterhalb der 1. Verzweigung zu einer Vermorschung des Gewebes führt. Auch Botrytis-Befall lässt den Raps anfälliger für Lager werden.
  • als Folge von Frösten in der Streckungsphase des Rapses tritt regelmäßig Lager ein, da die Stabilität der geplatzten Stängel deutlich geringer ist. Um das zu vermeiden, sollten Wachstumsregler vor einer Frostphase während der Streckung gespritzt werden.
  • von Stängelrisse durch sehr schnelles Wachstum. Das ist in diesem Jahr in gut entwickelten Beständen zu erwarten.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats