Leguminosen

Auch in Ackerbohnen Blattrandkäfer in Schach halten

Die in Deutschland mit Ackerbohnen und Erbsen bestellte Fläche ist in diesem Jahr vergleichsweise groß. Neben den schlechten Bestellbedingungen für Herbstsaaten Jahr führten auch Programme wie „Vielfältige Fruchtfolge“ zu erhöhten Flächenanteilen.

Die meisten Ackerbohnen konnten vor allem im Norden und Westen erst spät bestellt werden und liefen erst ab Mitte April auf. Der Aufgang fiel mit dem durch die sommerlichen Temperaturen geförderten Zuflug des Blattrandkäfers zusammen. Typische Symptome sind der halbkreisförmige Schadfraß („Zahnradfraß“) am Blattrand. Wirtschaftlicher Schaden durch den Blattrandkäfer entsteht weniger durch den Käferfraß an den Blättern als durch den Fraß der Larven an den Knöllchen, in dessen Folge es zu Stickstoffmangel bei Leguminosen kommen kann. Die Eiablage des Blattrandkäfers sollte deshalb unterbunden werden. Geschädigte Bestände haben zudem einen deutlich schlechteren Vorfruchtwert.

Weiterhin können durch den Blattrandkäfer verschiedene Viren (z.B. das Echte Ackerbohnenmosaik) übertragen werden. Eine rechtzeitige Bekämpfung ist deshalb insbesondere in Gebieten mit höherer Anbaudichte (NRW) angeraten.

Zu einem Kahlfraß durch die Käfer kommt es nur selten, sodass die Fraßtätigkeit in der Regel keine Ertragseinbußen nach sich zieht. Erbsen können durch frühen und massiven Zuflug stärker geschädigt werden.

Die Bekämpfung erfolgt mit dem Pyrethroid lambda-Cyhalothrin (Unterschiedliche Zulassung der einzelnen Produkte beachten). In Großbritannien ist eine Pyrethroidresistenz des Blattrandkäfers bereits nachgewiesen. Auch in Deutschland gibt es erste auffällige Populationen, deshalb sollte der Insektizideinsatz erst nach Übertreten der Schadschwelle erfolgen, um keinen unnötigen Selektionsdruck auszuüben. Als Bekämpfungsrichtwert gelten 50 % der Pflanzen mit Fraßsymptomen.

Leider werden mit einer Pyrethroid-Spritzung auch die Antagonisten der Blattläuse in Mitleidenschaft gezogen, sodass in der Folge ein zeitversetzter Anstieg der Blattlauspopulation zu erwarten ist. Auch aus diesem Grund gilt es, eine Spritzung auf die tatsächliche Notwendigkeit hin zu überprüfen.

Der Blattrandkäfer ist nachtaktiv. Eine erforderliche Spritzung erfolgt deshalb sinnvollerweise erst nach 22:00 Uhr.

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