Mais

Vorsicht mit Herbiziden in gestressten Beständen

Das Wetter der vergangenen war für den Mais ungünstig. Die Auflaufprobleme sind für den Mais kritisch zu sehen.

Die Anfang April früh gesäten Bestände sind bereits aufgelaufen und befinden sich teils schon im 3 Blattstadium. Die kurz vor Ostern gedrillten Beständen tun sich zurzeit noch sehr schwer. Durch die kühle Witterung und die häufigen Nachtfröste in der vergangenen Woche quengeln die Keimlinge im Boden rum. 

Auf den betroffenen Flächen muss mit Herbizidmaßnahmen gewartet werden, bis der Mais wieder „durchgrünt“ und ein neues Blatt gebildet hat. Das kann je nach Temperaturen 4 bis 6 Tage dauern. Grundsätzlich sollten aber Herbizidmaßnahmen im Nachauflauf bis zum 4 Blattstadium abgeschlossen sein. Später verändert sich die Wachsschicht des Maises und die Pflanzen werden anfälliger gegenüber Herbiziden mit Blattwirkung.

In der „Erholungsphase“ ab den letzten Nachtfrost bis zum Durchgrünen dürfen keine Herbizide gespritzt werden, die den Stoffwechsel stark belasten: auf keinen Fall gräserwirksame Sulfonylharnstoffe (Nicosulfuron, Rimsulfuron) oder Karotinsynthese-Hemmer (Bleacher: Mesotrione, Sulcotrione, Tembotrione) bzw. Brenner (Bromoxynil). Bodenherbizide (z.B. Terbuthylazin, S-Metolachlor) sind weniger problematisch zu sehen.

In der Vergangenheit war zu beobachten, dass der Mais in der Entwicklung stärker stagnierte, wenn gräserwirksame Sulfonylharnstoffe in der kühlen Phase gespritzt wurden. Das hatte nicht selten auch gravierende Ertragsverluste zur Folge. Dementsprechend sollten diese Herbizide im Mais erst eingesetzt werden, wenn die Temperaturen nachts nachhaltig über der 10 °C-Grenze liegen, vor allem dürfen die Tag-Nacht-Schwankungen nicht mehr als 15 ° betragen

Bodenwirksame Herbizide, z.B. Terbuthylazin oder S-Metolachlor sind unter diesen Umständen noch am verträglichsten und können auch frühzeitig eingesetzt werden, um den Unkrautdruck zu reduzieren.

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