Entscheidungshilfe

Steigende Düngerpreise - Jetzt noch zuschlagen?


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Zusammen mit den Getreide-, Ölsaaten- und Energiemärkten steigen derzeit auch die Preise für Düngemittel.  Die derzeitigen Notierungen sind aber für viele Landwirte unattraktiv.

Die Unattraktivität ergibt sich aus den Preisforderungen des vergangenen Jahres. Berücksichtigt man jedoch das Preisniveau, das in der letzten Hochpreisphase erreicht wurde, sind die momentanen Preise noch als moderat einzustufen. Es lassen sich also Argumente für und gegen den Düngervorkauf finden.

Vermutlich noch viel Stickstoff im Boden

Aus pflanzenbaulicher Perspektive müssen zu erwartende höhere N-Vorräte und N-Nachlieferung im kommenden Frühjahr in die Bedarfskalkulationen einbezogen werden. Aufgrund der guten Bodenstruktur infolge der ausgeprägten Trockengare und zumeist intensiver Grundbodenbearbeitung kann mit zusätzlichen Stickstoff-Mengen von 20 kg (leichte Böden) bis 60 kg (schwere Böden) gerechnet werden, die aus dem Bodenhumus mineralisiert werden kommt. Zudem liegen nach der fast überall schwachen Ernte große Stickstoffüberhänge aus der N-Düngung im Boden vor. Auf sandigen Böden dürften diese Mengen zum Großteil der Auswaschung zum Opfer fallen. Lehmige und tonige Böden hingegen halten vor allem den Ammonium-Stickstoff an den Austauschplätzen und „retten“ ihn so bis ins kommende Frühjahr. Damit ist vor allem auf schweren Böden mit einer deutlich reduzierten N-Düngung für das kommende Jahr zu planen.

Ein Vorkauf bietet sich deshalb nur für Teilmengen zur Risikoabsicherung an. Sinnvollerweise werden schwefelhaltige N-Dünger für die erste Gabe eingekauft. Die Schwefelmineralisation läuft zeitversetzt zur N-Mineralisation ab, sodass auch bei guter Bodenstruktur eine frühe Schwefelversorgung angebracht ist.

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