Nach der Ernte

Rapsstoppeln bonitieren


Die Rapsernte ist in diesem Jahr bis zu zwei Wochen früher als normal. Die Bonitur der Rapsstoppeln verrät viel über die Ursachen der frühen Ernte, über Krankheitsbefall und Ab- bzw. Notreifeverhalten.

Bei der Bonitur ist zu unterscheiden zwischen:

  • Grüne Stoppeln infolge gesunder Abreife: Grüne Stoppeln bei bereits totreifen Körnern sind ein Hinweis darauf, dass der Raps gesund war, aber zu gut mit Nährstoffen (Stickstoff) versorgt war, durch die Hitze zu schnell abreift und die Assimilate aus dem Stängel nicht vollständig ausgelagert werden konnten.
  • Braune Stängel mit weißen Mark und intakten Wurzeln: In diesem Fall verliefen Samen- und Stängelabreife synchron, auch in Folge von Wassermangel ab. Braune Stängel bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Raps krankhaft abgereift ist.
  • Braunen Stängel mit bräunlichem oder gar schwarzem Mark: Dieses ist meist auf späten Stängelbefall mit Phoma zurückzuführen, das durch Bohrlöcher oder Frostrisse in den Stängel eingedrungen ist.

Weiße Stängel sind ein eindeutiger Hinweis auf krankhafte Abreife:

  • Weiße Stängel mit schmutzig schwarzem Mark treten nach einem Wurzelhalsbefall mit Phoma auf, der schon nach dem Auflaufen des Rapses eingetreten sein kann. In diesem Fall reißt die Rapsstoppel beim Versuch, sie aus dem Boden zu ziehen, oberhalb der Bodenfläche ab.
  • Lassen sich weiße, manchmal auch braune Stoppel mit schmutzig grau-schwarzem Mark ganz leicht mitsamt der Wurzel aus dem Boden ziehen, sind die Seitenwurzeln durch Verticillium zerstört. Beim Durchschneiden der Wurzel sind die schwarzen Leitbahnen in der Wurzelrinde zu erkennen.
  • Stecken dagegen im Stängel, Wurzelhals bis in die Wurzel bis zu 2 cm lange schwarze Sklerotien (Mäusekötel), haben wir es mit Sklerotinia zu tun.

Das Vorkommen dieser Krankheiten - vor allem starken Befall mit Sklerotinia - sollten sie in der Ackerschlagkartei vermerken, um Gegenmaßnahmen in der Fruchtfolge einzuleiten. Auch Wurzelfraß durch die Larven der Kohlfliege sollte festgehalten werden, um das Schadensausmaß für die bevorstehende Aussaat auf Nachbarschlägen einzugrenzen. Braun verfärbte Fraßgänge im Mark des Stängels sind auf den gefleckten Kohltriebrüssler zurückzuführen. Im Gegensatz zum Befall durch den großen Rapsstängelrüssler ist der Stängel nicht S-förmig verbogen.

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