Bonitur

Was man am Rapsstängel ablesen kann


Die Rapsernte ist verbreitet um 3 Wochen früher als normal in Gang gekommen. Die Bonitur der Stoppeln verrät vieles über Krankheitsbefall sowie Ab- bzw. Notreifeverhalten. Bei der Bonitur sind einige Aspekte zu unterscheiden.

Die Rapsernte ist verbreitet um 3 Wochen früher als normal in Gang gekommen. Die Bonitur der Stoppeln verrät vieles über Krankheitsbefall sowie Ab- bzw. Notreifeverhalten. Bei der Bonitur ist zu unterscheiden zwischen
  • grünen Stoppeln infolge gesunder Abreife: Grüne Stoppel bei bereits totreifen Körnern sind aber ein Hinweis darauf, dass der Raps zu gut (mit Stickstoff) versorgt war und die Assimilate in den Stängel nicht ausgelagert wurden.
  • braunen Stängeln mit weißen Mark und intakten Wurzeln: In diesem Fall verliefen Samen- und Stängelabreife synchron auch in Folge von Wassermangel ab. Braune Stängel bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Raps krankhaft abgereift ist.
  • braunen Stängel mit bräunlichem oder gar schwarzem Mark, das meist auf späten Stängelbefall mit Phoma zurückzuführen ist, die durch Bohrlöcher oder Frostrisse in den Stängel eingedrungen ist.
  • Weiße Stängel in der Ernte sind ein eindeutiger Hinweis auf krankhafte Abreife. Dabei sind zu finden
  • weiße Stängel mit schmutzig schwarzem Mark treten nach einem Wurzelhalsbefall mit Phoma auf, der schon nach dem Auflaufen des Rapses eingetreten sein kann. In diesem Fall reißt die Rapsstoppel beim Versuch, sie aus dem Boden zu ziehen, oberhalb der Bodenfläche ab.
  • Lassen sich weiße, auch manchmal braune Stoppel mit schmutzig grau-schwarzem Mark ganz leicht mitsamt der Wurzel aus dem Boden ziehen, sind meist die Seitenwurzeln durch Verticillium zerstört. In diesem Fall sind beim Durchschneiden der Wurzel die schwarzen Leitbahnen in der Wurzelrinde zu erkennen.
  • Wenn dagegen im Wurzelhals bis in die Wurzel bis zu 2 cm lange scharze Sklerotien (Mäusekötel) stecken, haben wir es mit Sklerotinia zu tun.

Stark mit Sklerotinia befallene Schläge sollten in der Ackerschlagkartei vermerkt werden, um Gegenmaßnahmen in der Fruchtfolge einzuleiten.

In diesem Jahr tritt auch in einigen Regionen starker Befall mit gefleckten Kohltriebrüssler auf. Im Gegensatz zum Befall durch den großen Rapsstängelrüssler ist der Stängel nicht S-förmig verbogen. Im Mark des Stängels treten auch braun verfärbte Fraßgänge auf.

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