Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung

Bekämpfung von Durchwuchskartoffel


Durchwuchskartoffeln sind in nahezu allen Folgekulturen zu finden. Abgesehen von der Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe steigt dadurch der Krankheits- und Schädlingsdruck.

Zudem kann es zu Sortenvermischungen in den Konsum- bzw. Vermehrungsbeständen kommen. Um das zu vermeiden, bedarf es einer Fülle an Maßnahmen in der gesamten Fruchtfolge. Pflanzenschutzmaßnahmen allein reichen nicht mehr aus bzw. sind auch nicht möglich, da die optimalen Bekämpfungstermine oft außerhalb des zulässigen Zeitraums der Anwendung liegen.

Die Minderwirkung der im Getreide eingesetzten Wuchsstoffe ist auf die niedrigen Temperaturen und die noch kleinen Kartoffelstauden zum Zeitpunkt der Anwendung zurückzuführen. Zudem werden Auxine durch hohe Sonneneinstrahlung schneller abgebaut. Beste Ergebnisse wurden meist mit voller Aufwandmenge von Ariane C bei warmer, aber bewölkter Witterung erreicht, wenn in die sich streckenden Kartoffelstauden gespritzt wurde.

Im Mais können die Kartoffeln mit Mesotrione, Tembotrione bzw. mit Dicamba + Tritosulforon (im Arrat) bekämpft werden. In Zuckerrüben hat das Clopyralid oft keine durchschlagende Wirkung. Vielfach muss mechanisch oder mit dem Dochtstreichgerät nachgeholfen werden.
Aus diesen Gründen müssen zusammen mit dem Pflanzenschutz auch andere Maßnahmen greifen:
  • möglichst verlustfrei roden (Schartiefe, Siebketten, Krautabstreifer)
  • ausgelesene, minderwertige Ware muss vom Feld
  • möglichst flache Bearbeitung nach Kartoffel bzw. Kartoffeldurchwuchs
  • Intensive (am besten zapfwellenbetriebene) Bearbeitung, um Knollen zu beschädigen

Durch die intensive Bodenbearbeitung verfaulen die beschädigten Knollen. Oberflächennah verbleibende Knollen sind gegenüber Frost empfindlicher. Aus diesem Grund eignen sich weniger tief mischende Werkzeuge besser für die Bodenbearbeitung nach Kartoffel als der Pflug.

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