Qualitätsweizen

Eiweißgehalt noch fördern?


Die Eiweißbildung im Weizenkorn erfolgt innerhalb der ersten 30 Tage nach der Blüte. Später wird noch Stickstoff ins Korn transportiert, aber nicht mehr voll in Proteine eingebaut.

Damit steigt nur noch der Stickstoffgehalt im Korn, aus dem der Proteinwert errechnet wird.

Der Sedimentationswert nimmt dann i.d.R. sogar ab infolge des höheren Anteils an N(on) P(rotein) N(itrogen)-Verbindungen (= Nicht-Eiweiß-Stickstoffverbindungen). Auch die Fallzahl ist dann stärker gefährdet.

Proteingehalt und Eiweißqualität können durch eine Flüssigdüngung auf das Fahnenblatt und die Ähre innerhalb der ersten 14 - 20 Tage nach der Blüte noch beeinflusst werden. Am besten eignet sich dazu Harnstoff, der als Amid-Stickstoff sofort in Aminosäuren eingebaut wird.

Über die Fahnenblätter und Ähren kann der Weizen bis zu 10 kg/ha Stickstoff aufnehmen. Der Zuwachs im Rohproteingehalt ist höher, wenn die Ährendüngung erst 14 Tage nach der Blüte erfolgt, weil sich eine frühere Düngung noch positiv auf den Ertrag auswirken kann. Durch den Verdünnungseffekt fällt dann der Anstieg des Eiweißgehaltes geringer aus.

Die Ährendüngung ist auch mit AHL möglich, allerdings ist das Ätzrisiko etwas höher. Die Ausnutzungsrate des AHLs ist i.d.R. geringer, weil der darin enthaltene NO3-Stickstoff erst in NH4-Stickstoff und dann in Amid-Stickstoff umgewandelt werden muss, bevor der Einbau in Aminosäuren und Proteine erfolgen kann.

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