Quecken

Frühe Ernte nutzen und richtig bekämpfen


Um der zunehmenden Verqueckung Herr zu werden, muss die frühe Ernte genutzt werden, um Quecken möglichst effektiv bekämpfen zu können. Was sie tun müssen.

Die Quecke ist Zwischenwirt für Schwarzbeinigkeit, Virosen, Sattelmücken, DTR, Fusarien, aber auch für Roste und Halmbruch. Aus diesem Grund ist die Bekämpfung von Quecken allein schon aus phytosanitärer Sicht notwendig. Zudem beanspruchen Quecken Platz und vor allem Wurzelraum, der den Kulturpflanzen fehlt. Allein durch mechanische Maßnahmen sind Quecken nur schwer vollständig auszuschalten, vor allem nicht, wenn die Zeit fehlt, die Queckenrhizome aus dem Boden zu reißen und vertrocknen zu lassen. Auch durch den Pflug werden Quecken nicht bekämpft, da die im Boden verbleibenden Rhizome wieder austreiben.

Den Boden unbearbeitet liegen zu lassen und zu warten, bis die Quecken austreiben, um sie dann mit Glyphosat abzuspritzen, ist nicht optimal, da die intakten, langen Rhizome im Sommer bei hohen Bodentemperaturen nur zögernd austreiben und über die geringe Frischmasse zu wenig Wirkstoff aufnehmen.

Deshalb ist unmittelbar nach dem Drusch
  • erst eine möglichst flache Stoppelbearbeitung notwendig, um durch Verletzungen das Austreiben der Rhizome zu beschleunigen.
  • Danach schließt sich ein tiefer Bearbeitungsgang mit dem Grubber an, um möglichst viele Rhizome an die Oberfläche zu ziehen.
  • Diese Rhizome werden dann am besten mit einem schneidenden Gerät (z.B. Scheibenegge) zerkleinert.

Aus den zerstückelten Rhizomen treiben mehr Triebe aus, die dann auch mehr Glyphosat aufnehmen und den Wirkstoff besser in den Rhizomen verteilen.

  • Die Glyphosatspritzung darf erst erfolgen, wenn die Queckentriebe wenigstens 5 Blätter für eine ausreichende Wirkstoffaufnahme gebildet haben.
  • Der Zusatz von SSA, AHL oder Harnstoff muss wegen der möglichen Wirkungsminderung gegen Quecken unterbleiben. Ein zu schnelles Absterben der Grünmasse verringert den Transport von Glyphosat in die Rhizome.
  • Entscheidend für die Glyphosat-Wirkung Mindestkonzentration von 2 Prozent (Mittel mit 360 g/l Glyphosat) in der Spritzbrühe.
  • Nach der Behandlung wenigstens 2 Wochen bis zur nächsten Bodenbearbeitung warten! Die nachfolgende Bodenbearbeitung sollte erst erfolgen, wenn sich die Herztriebe leicht aus den Blattscheiden ziehen lassen.

Gülle muss vor der 1. Stoppelbearbeitung eingearbeitet werden. Mit Gülle verschmutzte Quecken nehmen nicht genug Glyphosat auf. Das gilt auch für staubige Pflanzen. Deshalb sollte auch die Kalkung mit Branntkalk oder die Grunddüngung entweder vor der 1. Stoppelbearbeitung oder erst nach der Queckenspritzung erfolgen. Durch die Stoppelbearbeitung werden auch Distelsamen zum Auflaufen gebracht. Die gekeimten Disteln werden mit Glyphosat bekämpft.

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