Raps

Ausfallgetreide rechtzeitig bekämpfen


Die Rapsaussaat ist im Gange. In den bestellten Ackerflächen liegen die Körner häufig noch im trockenen Boden, teils befinden sich die ersten Rapspflanzen im Keimblattstadium. Zugleich keimt bereits das Ausfallgetreide aus tieferen Schichten (oft aus 10 bis 15 cm Tiefe) wo der Boden noch feucht ist.

Raps ist bis zum 4-Blattstadium konkurrenzschwach und tut sich mit der Verunkrautung anfangs schwer. Ausfallgetreide und generell Gräser werden ab dem 4-Blattstadium (Beginn der Bestockung) zur Konkurrenz für den Raps und können diesen unterdrücken. Eine verspätete Bekämpfung führt auch dazu, dass sich nach dem Absterben des Ausfallgetreides an deren Stelle auch andere Unkräuter ausbreiten und ungestört die Samenreife erreichen können.

Grundregel für die Entscheidung der Bekämpfung ist, dass das Ausfallgetreide nicht bestocken darf. Besser ist, später noch eine zweite Überfahrt einzuplanen, als nur eine Überfahrt vorsehen und diese zu spät durchzuführen. Läuft unter trockenen Bedingungen massiv Ausfallgetreide in den Kaffschwaden auf, muss es schon im 2-Blattstadium bekämpft werden, um unnötigen Wasserverbrauch zu reduzieren, der die kleinen Rapspflanzen im Extremfall vertrocknen lässt. Bei früher Bekämpfung können die Aufwandmengen der FOP- Gräsermittel nach unten angepasst werden, da die notwendige Aufwandmenge von der Größe der Gräser abhängt. Je stärker das Ausfallgetreide bestockt ist, umso höhere Aufwandmengen sind notwendig.

Ist das Ausfallgetreide aber durch Vorauflaufherbizide wie das Clomazone noch angeschlagen (Aufhellungen der Getreideblätter), muss mit der Bekämpfung mit Graminizide gewartet werden, bis das Getreide ein neues Blatt schiebt und wieder durchgrünt. Werden Gräsermittel auf die angeschlagenen Pflanzen gespritzt, nehmen die Pflanzen nicht ausreichend Wirkstoff auf. Dieser wird dann auch in der Pflanze nur unzureichend verteilt und wirkt schlechter. Wird die Wirkstoffaufnahme zudem durch starke Wachsschicht und hohe Strahlung verringert, darf die Aufwandmenge nicht reduziert werden. Eine Applikation von Graminiziden ist unter 60 Prozent relativer Luftfeuchte nicht zu empfehlen.

Ausfallgetreide und Gräser dürfen aus phytosanitären Gründen Weihnachten nicht überleben. Wächst das Ausfallgetreide bis in das Frühjahr hinein, wird der positive Fruchtfolgeeffekt des Raps infrage gestellt.

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