Raps

Blütenbehandlung - ja oder nein?


In diesen Tagen steht die Blütenbehandlung im Winterraps an. Ob sie notwendig ist, unterscheidet sich stark je nach Region.

 Im Westen und Süden waren die (Ober-)Böden nach den Niederschlägen aus dem März durchgängig feucht, sodass die Sklerotien auskeimen konnten. Hier ist eine Blütenspritzung in jedem Fall vorzusehen.

Anders stellt sich die Lage im Nordosten Deutschlands dar. Insbesondere die leichteren Böden sind dort bereits seit Wochen in den oberen 15 cm ausgetrocknet und boten damit keine guten Bedingungen für das Erscheinen von Apothezien. Auf diesen Standorten muss im Einzelfall darüber entschieden werden, ob eine Spritzung erforderlich ist.

Tritt der Kohlschotenrüssler in relevantem Ausmaß auf (Schadschwelle: Ein Käfer pro Pflanze), ist dem Fungizid ein Insektizid beizumischen. Aufgrund der fortschreitenden Pyrethroidresistenz sollte in diesem Fall das Neonicotinoid Thiacloprid (Biscaya) zum Einsatz kommen. Vorsicht ist hinsichtlich der Bienengefährlichkeit geboten. Wird Biscaya zusammen mit Ergosterolbiosynthese-Hemmern (Tebuconazol, Metconazol, Prochloraz) gespritzt, wird die Mischung als bienengefährlich eingestuft. Davon ausgenommen sind die Prothioconazol-haltigen Produkte (Proline, Propulse), die genauso wie die Azol-freien Blütenfungizide (Cercobin FL, Cantus Gold, Symetra u.a.) in Kombination mit Biscaya als B4 gelten.

Spritzungen sind aber auch mit B4-Mischungen vornehmlich in den Abendstunden nach dem Bienenflug durchzuführen. Die höhere Elastizität der Pflanzen am Abend verringert zudem die Durchfahrtverluste. Hohe Wassermengen und geringe Vorfahrtgeschwindigkeit unterstützen den Erfolg der Maßnahme.

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