Raps

Herbizideinsatz bei hohen Temperaturen


In den kommenden Tagen ist für große Teile Westeuropas wieder eine Phase mit sommerlichen Temperaturen vorhergesagt. Das hat direkten Einfluss auf die Herbizidapplikation im bereits gesäten Winterraps. Bei Tageshöchsttemperaturen über 25 °C, wie sie für die kommenden 7 bis 8 Tage zu erwarten sind, dürfen keine Clomazone-haltigen Präparate eingesetzt werden.

 Aufgrund der hohen Bodentemperaturen ist ein Feldaufgang innerhalb von 4 Tagen realistisch, wenn die keimfeuchte ausreicht. Damit ist in den bereits gesäten Beständen ein Clomazone-Einsatz de facto unmöglich.

Bei starkem Kreuzblütlerbesatz bieten sich alternativ frühe Spritzungen (bis 3 Tage nach der Saat) mit Pethoxamid- oder Metazachlor-haltigen Produkten an. Vor allem gegen Wegrauke ist danach meist noch eine Nachbehandlung mit Bifenox notwendig. Das gilt auch für das Stiefmütterchen.

Das Pethoxamid erfasst auch den Storchschnabel, während bei der Metazachlor-Vorlage die Kombination mit Dimethenamid gegen den Storchschnabel angeraten ist. Die hohe Wasserlöslichkeit des Dimethenamids dürfte unter den diesjährigen, trocknen Bedingungen von Vorteil sein.

Im Nachlauf wird mit dem neu im Raps zugelassenen Wirkstoff Halauxifen eine breite Palette an dikotylen Unkräutern bekämpft, inklusive Storchschnabel, Klettenlabkraut und Besenrauke. Bei geringem Besatz mit Wegrauken kann deshalb auf eine Vorauflauf-Maßnahme verzichtet werden, um dann gezielt im späten Nachauflauf, im 6-Blattstadium zu reagieren. Diese Strategie ermöglicht es den Aufgang des Rapses abzuwarten ohne durch verfrühte Herbizidmaßnahmen die möglichen Nachbaumöglichkeiten einzuschränken.

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