Raps

Herbstschädlinge bringen sich in Stellung


Die Rapsaussaat steht vor der Tür. Ab der kommenden Woche werden die ersten Äcker mit der Feinsämerei bestellt. Die Witterungsbedingungen sind in weiten Teilen Deutschlands bedeutend besser als im Vorjahr.

 Die Niederschläge der vergangenen Woche haben für ausreichend Keimfeuchte im Oberboden gesorgt. Auch für die nächste Woche ist weiterer Regen vorhergesagt, sodass die Bestandesetablierung dieses Jahr weniger problematisch zu werden scheint.

Allerdings profitierten auch die Herbstschädlinge von der unbeständigen, kühlen Witterung. Die durch Trockenheit hervorgerufene Ei-Mortalität der Kohlfliege trat anders als im Vorjahr nicht in großem Maße auf. Da in den abreifenden Rapsbeständen zuletzt kaum noch eine Transpiration stattfand, konnten die gelegentlichen Niederschläge die obersten Zentimeter im Raps nachhaltig durchfeuchten. Davon profitierte die Kohlfliege.

Im Nordosten ist mit der Abkühlung nach der Juli-Hitze jetzt bereits ein starkes Auftreten von Rapserdflöhen zu beobachten. Der Kühlbrüter hat seine Sommerruhe an kühlen und schattigen Plätzen verbracht. Teile der Population begannen in diesem Jahr offenbar frühzeitig mit dem Reifungsfraß. Das könnte vor allem für die Raps-Frühsaaten zum Problem werden.

Während gegen den Rapserdfloh nur Spritzapplikationen mit Pyrethroiden möglich sind, die je nach Resistenzentwicklung mit begrenzten Wirkungsgraden verbunden sein können, kann in gefährdeten Lagen gegen die Kohlfliege mit Lumiposa (Wirkstoff: Cyantraniliprole) gebeizt werden. Der Beiz-Wirkstoff Cyantraniliprole ist vor allem auf leichten, sandigen Standorten und bei früher Aussaat empfehlenswert, um Schäden durch den Fraß der Kohlfliegenlarven zu begrenzen. Aufgrund seiner geringen Wasserlöslichkeit entfaltet der Wirkstoff aber keine Wirkung gegen oberirdische Schädlinge (Rapserdfloh, Läuse).

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