Raps

Säen oder nicht säen?


In einigen Regionen, vor allem im Osten Deutschlands, scheint sich die Situation um die Rapsaussaat aus dem letzten Jahr zu wiederholen. Es ist unsicher, ob der Raps im ausgetrockneten Oberboden überhaupt keimen kann.

Im Herbst 2018 vertrocknete aufgelaufener Raps im 2 bis 4 Blattstadium. Das war der Fall, wenn der Boden bis unter die Krume ausgetrocknet war und nach der Saat nur um die 10 mm Regen gefallen waren, die den Raps zum Auflaufen brachten, danach jedoch bis Oktober kein Regen mehr fiel.

Wie können wir bei der Rapsaussaat 2019 vorgehen?

Situation 1

Der Boden ist vor Saat bis unter die Krume ausgetrocknet, dann gibt es nur eines: warten, warten, warten.

Mit Aussaat warten bis genug Bodenfeuchte vorhanden ist und eventuell auch keine Raps säen. Also bis zum spätest möglichen Saattermin warten, bei dem noch das 6 bis 8 Blatt erreicht werden kann: Der späteste Saattermin ergibt sich aus dem Vegetationsanspruch von 500 bis 650°C-Tage zwischen Feldaufgang und Vegetationsruhe. Je nach Standort kann das zwischen dem 5. bis 20. September der Fall sein.

Oder zwischen zwei nennenswerten Regenfällen säen. 15 besser 20 cm durchfeuchtete Erde sind bei der Aussaat für einen sicheren Auflauf und die Jugendentwicklung notwendig. Danach sollten wenigstens 30 mm (leichte Böden) bis 60 mm (schwere Böden) Regen im Herbst noch fallen.

Situation 2

Die Bodenoberfläche ist trocken, aber in 10 bis 20 cm Tiefe ist die Erde nach dem Regen Anfang August noch feucht. In diesem Fall gilt es feuchten Boden heraufzuarbeiten und sofort in den bestellfeuchten Boden zu säen.

Solange auf den Trockenstandorten nicht wenigstens 25 bis 30 mm Regen vor der Aussaat gefallen sind, sollte mit der Rapsaussaat gewartet werden bzw. wenn es zu spät werden sollte, kein Raps gesät werden. Alternativkulturen für das Frühjahr sind dann Sojabohnen, Erbsen, Ackerbohnen, Sonnenblumen oder Mais und Hafer, um die Fruchtfolge einzuhalten.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Gottfried Glaab
    Erstellt 21. August 2019 17:06 | Permanent-Link

    Es gibt auch andere Extreme, wir hatten die letzten zwei/drei Tage 60-100 l Niederschlag. Die Böden sind zum Teil nicht befahrbar. Wie schaut hier die Strategie aus?

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