Rapsaussaat

Wie lang kann gewartet werden?


Der lang erwartete „Landregen“ kam örtlich pünktlich zur Aussaat des Rapses. Es gibt aber immer noch Regionen, wo seit Januar weniger als 200 mm und in den letzten Wochen und Monaten keine nennenswerten Niederschläge gefallen sind.

 Dort liegt der gesäte Raps „in der Asche“ und wartet auf Regen.

Je nach Standort schwankt der Zeitpunkt für den spätesten Saattermin für Winterraps. Im Nordosten und in den Mittelgebirgsregionen kann es Ende August schon zu spät sein, im Rheinland kann der Raps sogar noch Mitte September gesät werden. Entscheidend ist die Vegetationsdauer bis Winter.

Der Raps sollte bis Winter wenigstens das 6- besser das 8-Blattstadium erreichen, um sicher zu überwintern und ein halbwegs vernünftiges Ertragspotenzial erreichen zu können.

Rückwärts gerechnet von dem Zeitpunkt an, wenn die Temperaturen normalerweise dauerhaft unter 5 °C sinken, lässt sich mit Hilfe der Summe der Durchschnittstemperatur der Tage (Temperatursumme) ausrechnen, bis wann der Raps gesät sein muss:

Der Raps benötig von der Aussaat bis zur Vegetationsruhe eine Temperatursumme von wenigstens 650 °C-Tage, also bei durchschnittlich 9 °C wenigstens 70 Tage für eine ausreichende Vorwinterentwicklung, er muss also bis zum 10. September gesät sein, wenn die Vegetationsruhe um den 20. November eintritt. Danach ist zu spät für die Rapsaussaat.

Für die späte Aussaat sollten Rapssorten mit zügiger Herbstentwicklung, z.B. Bender, Hattrick, DK Exception, Trezzor, ausgesucht und der für die Herbstdüngung vorgesehene Stickstoff wird am besten kurz vor oder direkt nach der Saat ausgebracht.

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