Raps

Borversorgung sicherstellen


In einigen Regionen hat der Raps nach geringen Regenfällen das Auflaufen gerade noch geschafft und befindet sich jetzt im 2 bis 6-Blatt-Stadium. Viele Bestände laufen erst jetzt nach den Niederschlägen in der vergangenen Woche auf.

Die trockenen Bedingungen herrschen in tiefen Bodenschichten immer noch vor, nachdem die meisten Böden im Sommer bis weit unter die Krume ausgetrocknet waren. Nach den Niederschlägen im September ist die Krume nur leicht feucht (30 bis 50 Prozent nFK).

Unter diesen Bedingungen ist die Aufnahme von Spurenelementen, vor allem von Bor stark eingeschränkt. Im trockenen Boden bildet das Bor Komplexe, sogenannte Polyborate. Die zusammengeballten Bor-Moleküle sind wenig wasserlöslich und werden durch die Pflanze nicht aufgenommen.

Winterraps hat einen sehr hohen Bedarf an Bor. Im Vergleich zum Weizen ist der Borbedarf 10-mal höher. Bor-Mangel beginnt sich von der Sprossspitze her abzuzeichnen. Auf den jüngsten Blätter erkennt man Bor-Mangel an hellgelber Verfärbung mit rötlichem Saum.
Akuter Bor-Mangel zeichnet sich vor allem im Wurzelherz ab. Dazu muss die Wurzel der Länge nach durchgeschnitten werden. Ist das Wurzelherz, unterhalb des Vegetationskegels bräunlich, ist fast immer Bor-Mangel Ursache dafür. Bei Verbräunungen durch Schädlingsfraß sind Eintrittspforten zu finden. Bei starkem Bor-Mangel wird die Wurzel ausgehöhlt und es entsteht ein Hohlraum im Wurzelherz.

Um diese Symptome zu verhindern, muss die Bor-Versorgung frühzeitig gesichert werden. Es empfiehlt sich bei Maßnahmen ab dem 2-4 Blatt (Gräserbehandlung, Schädlingsbekämpfung, Wachstumsreglereinsatz) Bor-Blattdünger hinzufügen. Halten die trockenen Bedingungen an oder bei Bor-Gehalten unter 0,4 ppm im Boden, sollte eine weitere Maßnahme mit Bor im 8 bis 10 Blatt eingeplant werden. In Summe braucht der Winterraps im Herbst 150 bis 300 g Bor ausgebracht.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats