Rapsblütenspritzung

Ist die Blütenspritzung im Raps notwendig?

Die Wärme und Trockenheit der letzten Wochen führte zu einem enormen Wachstumsschub des Rapses. Im Norden Deutschlands begann der Raps dieser Tage zu blühen und im Süden steht er in der Vollblüte, der richtige Zeitpunkt für die Blütenbehandlung.

Trotz Trockenheit auf einigen Standorten ist die Blütenbehandlung ins Auge zu fassen. In den meisten Beständen ist morgens noch zu viel Tau, der ausreicht für die Infektion mit Sklerotinia.

Die Blütenspritzung kann wegfallen, wenn der Oberboden im Raps vor der Blüte 5 bis 10 cm tief ausgetrocknet ist. In diesem Fall können Sklerotien nicht keimen, damit sind keine Apothezien („Sporenschleuder“) zu finden. War der Oberboden feucht genug für das Auflaufen der Apothezien, reicht der morgendliche Tau aus, um die Sporulation und eine Infektion durch die hoch geschleuderten Sporen auszulösen. In diesem Fall kann auf die Blütenbehandlung kaum verzichtet werden.

Die Blütenspritzung sollte in EC 63/65 erfolgen, wenn etwa 50 % der Blüten am Haupttrieb aufgeblüht sind.

Für die Bekämpfung von Sklerotinia und Alternaria kommen z.B. folgende Wirkstoffe in Frage:

Tebuconazol => Stoppwirkung + Protektivwirkung (10 Tage)
Boscalid => Stoppwirkung + Protektivwirkung (14 Tage)
Boscalid + Dimoxystrobin => Stoppwirkung + Protektivwirkung (16 Tage)
Prothioconazol + Fluopyram => Stoppwirkung + Protektivwirkung (14 Tage)
Azoxystrobin + Isopyrazam => Stoppwirkung + Protektivwirkung (18 Tage)
Prochloraz => Protektivwirkung (12 Tage)
Thiophanat-methyl => Stoppwirkung (bis 4 Tage nach Befall)

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