Rapsherbizide

Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

Die Unkrautbekämpfung in Raps wird in Abhängigkeit des Artenspektrums im Vorauflauf, im frühen Nachauflauf oder im späten Nachauflauf durchgeführt.

Im Vorauflauf (VA) werden Kreuzblütler wie Rauken, Hirtentäschel und Hellerkraut durch das Clomazone sicher erfasst. Clomazone hemmt die Carotinoidbiosynthese. Dadurch entstehen je nach Lichtverhältnisse erst weiße, chlorotische, später rotviolette Verfärbungen, bevor die Unkräuter absterben. Das Clomazone bildet ein Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche. Deshalb ist auf ein feinkrümeliges und gut rückverfestigtes Saatbett zu achten.

Metazachlor hat gegen Hirtentäschel und Hellerkraut Unkräutern bei termingerechter Behandlung im Auflaufen der Unkräuter 4 Tage nach der Saat eine gute Basisleistung.
Das Metazachlor gehört wie das Dimethachlor zur Gruppe der Chloracetamide. Diese Wirkstoffgruppe greift in die Bildung der Fettsäuresynthese ein. Dadurch wird der Aufbau von Zellmembranen unterbunden. Am besten wirkt Metazachlor bzw. Dimethachlor gegen gerade auflaufende Unkräuter wie Kamille, Vogelmiere, Ehrenpreis und auf keimende Ungräser. Beide Wirkstoffe sind gut wasserlöslich, was durch starke Niederschläge kurz nach der Anwendung auf feuchten Boden zu einer Verlagerung aus der Keimzone der flachkeimenden Unkräuter in die Keimzone des Rapses führen kann. Die herbizide Wirkung gegen Flachkeimer (z.B. Kamille, Vogelmiere) lässt dadurch nach und der Raps leidet darunter.

Als Vertreter der Oxyacetamide sind Dimethenamid, Napropamid und Pethoxamid zu nennen. Diese Wirkstoffe wirken gut gegen den schwer bekämpfbaren Storchschnabel. Vorsicht ist jedoch vor Starkniederschlägen geboten, die zu Wuchsdepressionen des Rapses führen können.
Wuchstoffvertreter wie das Aminopyralid oder das Quinmerac wirken sowohl über den Boden als auch über das Blatt und können im Vor- und Nachauflauf eingesetzt werden. Die Bodenwirkung erfordert ausreichende Bodenfeuchte. Im frühen Nachauflauf erzielt Quinmerac vor allem gegen Doldenblütler sowie das Klettenlabkraut sehr gute Ergebnisse.

Wuchstoffartige Wirkstoffe, die nur über das Blatt wirken, z.B. Clopyralid oder Picloram, können nur im Nachauflauf eingesetzt werden. Beide Wirkstoffe wirken gut gegen bereits aufgelaufene Kamillen, Klettenlabkraut und Kornblume.

Bifenox darf erst ab den 4 Blattstadium im Nachauflauf gespritzt werden. Am sichersten werden Unkräuter wie Stiefmütterchen, Storchschnabel bis zum ersten Laubblattpaar erfasst. Für eine sichere Wirkung sind mindestens 4 h Licht nach der Anwendung notwendig.

Das Pendimethalin wird im Vorauflauf (bis maximal 455 g/ha Wirkstoff pro ha) oder im Nachauflauf (ab 6-Blattstadium) mit maximal 910 g/ha Wirkstoffgehalt hauptsächlich gegen Stiefmütterchen, Ochsenzunge und Ackerkrummhals eingesetzt. Gegen Stiefmütterchen ist auch das neue Aminopyralid im eine Alternative.

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