Rapsherbizide

Worauf ist bei der Anwendung zu achten?


Die Unkrautbekämpfung im Raps hängt von dem Artenspektrum und den zur Verfüfung stehenden Mitteln durchgeführt. Sie erfolgt in mehreren Durchgängen.

Im Vorauflauf (VA) werden Kreuzblütler wie Raukearten, Hirtentäschel und Hellerkraut durch das Clomazone sicher erfasst. Das Clomazone hemmt die Carotin-Bildung. Dadurch entstehen abhängig von den Lichtverhältnissen chlorotische, weiße, später auch rotviolette Verfärbungen, bevor die Unkräuter absterben. Das Clomazone bildet einen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche. Deshalb ist auf ein feinkrümeliges und gut rückverfestigtes Saatbett zu achten.

Sowohl das Metazachlor als auch das Dimethachlor haben gegen Hirtentäschel und Hellerkraut-Unkräutern bei termingerechter Behandlung bis zum Auflaufen der Unkräuter eine ausreichend gute Wirkung.


Beide Wirkstoffe gehören zur Gruppe der Chloracetamide. Diese Wirkstoffgruppe greift in die Bildung der Fettsäuresynthese ein. Dadurch wird der Aufbau von Zellmembranen unterbunden. Am besten wirken Metazachlor bzw. Dimethachlor gegen gerade auflaufende Unkräuter wie Kamille, Vogelmiere, Ehrenpreis und gegen keimende Ungräser. Noch nicht gekeimte und aus tieferen Schichten keimende Gräser werden nicht erfasst. Beide Wirkstoffe sind gut wasserlöslich und können deshalb auf feuchten Boden durch Niederschläge kurz nach der Anwendung aus der Keimzone der flachkeimenden Unkräuter in die Keimzone des Rapses verlagert werden. Die herbizide Wirkung gegen Flachkeimer (z.B. Kamille, Vogelmiere) wird dadurch herabgesetzt, gleichzeitig leidet der Raps darunter.

Als Vertreter der Oxyacetamide sind Dimethenamid, Napropamid und Pethoxamid zu nennen. Diese Wirkstoffe wirken gut gegen den schwer bekämpfbaren Storchschnabel. Vorsicht ist jedoch bei der Anwendung vor Starkniederschlägen geboten, die zur Einwaschung der Wirkstoffe und zu Wuchsdepressionen des Rapses führen können.

Synthetische Wuchsstoffe wie Aminopyralid oder Quinmerac wirken sowohl über den Boden als auch über das Blatt und können im Vor- oder Nachauflauf eingesetzt werden. Die Bodenwirkung erfordert ausreichende Bodenfeuchte. Im frühen Nachauflauf erzielt Quinmerac vor allem gegen Doldenblütler sowie das Klettenlabkraut sehr gute Ergebnisse.

Wirkstoffe, die nur über das Blatt wirken, z. B. Clopyralid, Picloram oder der neue Wirkstoff Arylex (Halauxifen) wirken nur im Nachauflauf der Unkräuter. Mit Arylex werden erstmals schwer bekämpfbare Unkräuter wie Storchschnabel, Erdrauch, Ackerkrummhals, Kerbel und vor allem Besenrauke im Nachauflauf noch bekämpft. Gegen Weg- und Löselsrauke ist die Wirkung nicht ausreichend. Der Wirkstoff Arylex wird im Belkar vertrieben und wird entweder im Splitting (EC 12 und EC 16) oder einmalig in EC 16 angewandt. Bei Belkar bitte auf Mischbarkeit mit Graminiziden und Wachstumsregler und Verträglichkeit achten!

Der PPGO-Hemmer („Brenner“) Bifenox darf erst ab dem 4 Blattstadium im Nachauflauf gespritzt werden. Unkräuter wie Stiefmütterchen und Storchschnabel werden damit bis zum ersten Laubblattpaar erfasst. Für die Wirkung sind mindestens vier Stunden Licht nach der Anwendung notwendig.

Das Pendimenthalin (Zellteilungs-Hemmer) wird im Vorauflauf mit begrenzter Aufwandmenge (350 g Wirkstoff pro ha) oder im Nachauflauf (ab dem 6 Blattstadium) mit maximal 910 g Wirkstoff je Hektar hauptsächlich gegen Stiefmütterchen, Ochsenzunge bzw. Ackerkrummhals eingesetzt. Gegen Stiefmütterchen bildet auch das Amiopyralid eine Alternative.

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