Rapssorten

Sortenwahl Raps – Worauf ist zu achten?


Die Rapsernte ist voll im Gange. Die Erträge enttäuschen meist auf ganzer Linie, was aufgrund des Witterungsverlaufes im Herbst und im Frühjahr nicht überrascht. Dadurch stellt sich die Frage, welche Sorten diesen Wetterextremen am besten trotzen. Um die passende Sorte zu finden, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden.

1. Ertragsstabilität: Sorten die über mehrere Jahre und auf verschiedensten Standorte stabile Erträge liefern, sind grundsätzlich zu empfehlen. Interessante Neuzulassungen sollten erst auf kleiner Fläche angebaut werden, um Erfahrung zu sammeln.

2. Ölgehalt: Neben Ertrag spielt der Ölgehalt in der Marktleistung eine entscheidende Rolle. Dabei gibt es keine negative Korrelation zwischen Ertrag und Ölgehalt, weil der Raps Fett als Reservestoff einlagert. Ertragsstarke Sorten können auch viel Öl bilden.


3. Herbstentwicklung: Für Frühsaaten eignen sich langsame Sorten mit geringer Schossneigung. Für Spätsaaten und schwierige Standorten kommen Sorten mit schneller Jugendentwicklung in Betracht.

4. Winterfestigkeit: Die Winterhärte hängt in erster Linie vom Wachstumsverhalten ab. Sorten mit zügiger Jugendentwicklung und vorzeitiger Sprossstreckung sind frostgefährdeter. Bleibt der Vegetationskegel am Boden sitzen, überstehen diese Sorten in der Regel Kahl und Wechselfröste besser.

5. Schnelle Regeneration: Bei spätem Vegetationsstart sind Sorten mit schneller Entwicklung von Vorteil.

6. Standfestigkeit: Die meisten aktuellen Sorten verfügen über eine gute Standfestigkeit bei angepasster N-Düngung und Wachstumsreglereinsatz.

7. Blühbeginn und Reife: früher Blühbeginn kann bei Spätfrösten zum Problem werden. Jedoch haben Frühblüher mit früher Reife Vorteile bei hitzebedingter Abreife. Schließlich lässt sich über früh und spätreife Sorten die Ernte entzerren.

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