Resistenzmanagement

Fruchtfolge erweitern, aber wie?


Die Menge an Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern nimmt zu. Das stellt den Ackerbau vor immer mehr Herausforderungen.

Einer der Hauptgründe für dieses Problem ist eine enge Fruchtfolge. In vielen Regionen sind aber die Fruchtfolgen durch klimatische und wirtschaftliche Gründe, aber auch durch die Möglichkeiten der Vermarktung fast schon vorgegeben. Das führt dazu, dass in Höhenlagen (über 400 m) oder in nördlichen Regionen (z.B. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) sich die Fruchtfolge häufig nur noch auf 3 Kulturarten (Raps, Weizen und Gerste) beschränkt.
In dieser intensiven Fruchtfolge steht die Blattfrucht Raps zu eng, was letztlich zur Zunahme von Schaderregern (z.B. Kohlhernie, Verticillium, Sklerotinia, Erdfloh, Kohlfliege und Rapsglanzkäfer) führt. In einigen Regionen können die Erträge auch durch den intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht mehr abgesichert werden. Dadurch sinken die Erträge trotz eines höheren Inputs. Das führt letztlich zu geringeren Erlösen und wirtschaftlichen Verlusten.

Ackerfuchsschwanz zwingt zu veränderter Fruchtfolge

Auch in Regionen, wo weniger die klimatischen Beschränkungen, sondern mehr die wirtschaftliche Interessen im Vordergrund der Intensität der Fruchtfolge stehen (z.B. intensiver Hackfruchtanbau mit Kartoffeln und Zuckerrüben), schaukeln sich die Probleme immer weiter nach oben.
In beiden Fällen würde eine Entlastung der Fruchtfolgeglieder (Raps oder Kartoffel) durch eine weite Fruchtfolge zur Reduktion der Schaderreger und des Pflanzenschutzaufwands bei i.d.R. höheren Erträgen führen.

Auf einigen Standorten werden bereits die Landwirte durch resistente Schaderreger, z.B. gegen SHS + ACCase resistentem Ackerfuchsschwanz gezwungen die Fruchtfolge zu ändern und u.a. auf Mais, GPS und/oder Feldfutterbau umzustellen. Deshalb ist es wichtig, die Probleme rechtzeitig zu erkennen um z.B. mit einem passenden Resistenzmanagement (Fruchtfolge erweitern mit Wirkstoffwechsel über die Kulturen hinweg) reagieren zu können.

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