Richtige Terminierung und Platzierung

Phosphor-Dünger effizient einsetzen


Mit der neuen Düngerverordnung unterliegt nicht nur die Stickstoffdüngung sondern auch die Phosphordüngung strengeren Regeln.

Der P-Überschuss in der Nährstoffbilanz darf im Schnitt der Jahre nicht über 10 kg/ha P2O5 liegen. Dies gilt jedoch nur auf Standorten mit einer P-Versorgung bis zu 20 mg/100g P2O5 (CAL-Methode). Liegt der Gehalt im Boden höher, darf maximal der Entzug gedüngt werden. Die Düngung kann über die Fruchtfolge (maximal 3 Jahre) zusammengefasst werden.

Mit dieser Regelung wird das schnelle Aufdüngen schlecht versorgter Böden erschwert. Um den P-Gehalt im Boden um 1 mg/100g zu erhöhen, müssen wenigstens 45 kg P2O5 über den Entzug gedüngt werden. Das dauert bei einem maximalen Überschuss von 10 kg wenigstens 4 Jahre.

Die normale Entzugsdüngung reicht in Jahren mit einer gesicherten Nährstoffverfügbarkeit i.d.R. aus. Die Probleme treten unter Stresssituationen (Trockenheit, Nässe, Kälte, Hitze) auf. Unter diesen Bedingungen wirkte sich in der Praxis eine höhere P-Versorgung im Boden immer positiv auf den Ertrag aus.

Um diesem Problem entgegen zu steuern, muss der zu Verfügung stehender P-Dünger möglichst effizient ausgebracht werden. Die Effizienz kann v.a. durch die Terminierung und der Platzierung der P-Düngung gesteigert werden.

Bei der Terminierung ist zunächst die Kultur zu berücksichtigen. Mais, Kartoffel und auch Roggen haben ein schlechtes P-Aufschlussvermögen und können deshalb „altes“ Phosphor, was bereits Komplexe mit zweiwertigen Kationen, wie Ca, Fe oder Al bildet, schwer bis gar nicht nutzen. In diesem Fall ist es angebracht, dass das Phosphor möglichst „frisch“ (wasserlösliches P) ist oder als organisch gebundenem P vorliegt.

Raps, Zuckerrübe oder Leguminosen können auch „gealtertes“ Phosphor gut mobilisieren. Dieser positive Effekt kann auch über Zwischenfrüchte zu Mais genützt werden. Zu diesen Kulturen kann Phosphor auch im Voraus gedüngt werden, z.B. im Herbst zu Rüber tief eingearbeitet werden.

Ein weiterer Punkt ist die richtige Platzierung des P-Düngers. Häufig werden P-Dünger im Frühjahr als Kopfdünger im Getreide oder Raps eingesetzt. Phosphor wird als wenig mobiler Nährstoff danach maximal in die oberen 1 bis 2 cm eingewaschen und über die Wurzel aufgenommen. Das Problem dabei ist, wenn der Oberboden auf den meisten Standorten, durch Frühjahrstrockenheit austrocknet. kann keine P-Aufnahme stattfinden.

P muss also eingearbeitet werden. Je tiefer, desto länger hält die Bodenfeuchte und umso länger ist die P-Aufnahme gesichert.

Die Effizienz kann auch durch ein Dünger-Depot im Boden verbessert werden. In diesem Fall liegt das Phosphor hochkonzentriert in einem Band, wodurch die Angriffsfläche gegenüber zweiwertigen Kationen (Ca, Fe, Al) geringer wird. Dadurch wird der Alterungs-Prozess deutlich vermindert. Kombiniert mit einer Tiefendüngung in 20 bis 30 cm Tiefe bleibt die Verfügbarkeit am längsten gesichert.

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