Trockenheit

Einsatzbedingungen entscheiden über Erfolg der Rübenherbizide


In Zuckerrüben sind nur noch wenige Wirkstoffe zugelassen. Die wiederum erfordern eine genaue Kenntnis der Wirkweise, um sie zielgerecht einsetzen zu können.

Photosynthese-II-Hemmer tragen die Hauptlast der Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben. Dazu gehören die Bodenwirkstoffe Metamitron und Chloridazon. Beide Mittel benötigen für die Aufnahme über den Boden ausreichend Feuchtigkeit. Bei staubtrockenem Boden und hoher Einstrahlung wird vor allem das Metamitron sehr rasch abgebaut. Wird der Boden durch Ankratzen mit der Schuhspitze nicht mehr dunkel, sollte das Metamitron auf 350 g/ha reduziert werden, mit denen eine Unterstützung der Blattwirkung des Phenmedipham erzielt wird.

Bei Trockenheit bilden die ausschließlich blattaktiven Wirkstoffe Phen- und Desmedipham die Basis des Herbizideinsatzes. Beide Wirkstoffe gehören zu den Photosynthese-II-Hemmern. Optimale Wirkung erfordert gute Benetzung sowie ausreichend hohe Wirkstoffkonzentration. Abgesehen von der sehr guten Verträglichkeit für die Zuckerrüben werden durch angepasste Wirkstoffmengen auch größere Melden, Gänsefuß oder Windenknöterich recht sicher erfasst.

Ein weiterer wichtiger Wirkstoff ist das Ethofumesat. Dieser Wirkstoff greift in die Synthese langkettiger Fettsäuren ein und führt damit auch zu einer veränderten Zusammensetzung der Wachschicht mit der Folge einer höheren Verdunstungsrate. Die im Boden gelösten Wirkstoffe werden dadurch schneller aufgenommen. Hohe Ethofumesatmengen wirken sich allerdings unter nass-kalten Bedingungen negativ auf das Wachstum der Rübe aus.

Das Triflusulforon im Debut ist der einzige ALS Hemmer unter den zugelassenen Rübenwirkstoffen. Das Triflusulfuron wird hauptsächlich über die Blätter aufgenommen und hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase. Der Wirkstoff hat eine sehr gute Wirkung gegen Kletten, Raps, Vogelknöterich sowie Hundspetersilie. Debut sollte immer im Block gespritzt werden und nach Möglichkeit nicht zusammen mit Wuchsstoffen gemischt werden.

Zu den Wuchsstoffen zählt auch das Quinmerac, das über den Boden und direkt über das Blatt wirkt. Quinmerachaltige Mittel zeichnen sich durch eine gute Wirkung gegen Hundspetersilie, Schierling, Wiesenkerbel und Wilde Möhre aus. Quinmerac kann unter feuchten Bodenbedingungen im Vorauflauf bzw. in der NAK 1 gegen Hundspetersilie und Klettenlabkraut eingesetzt werden. Unter trockenen Bedingungen fällt die Wirkung stark ab. In diesem Fall sind Blockspritzungen mit Debut vorzuziehen. Zu den Wuchsstoffen zählt auch das Clopyralid mit ausschließlicher Blattwirkung in erster Linie gegen Distel. Die Anwendung von Clopyralid sollte auf ein unbedingt notwendiges Minimum begrenzt werden

Das der Wirkstoffklasse der Oxyacetamide zugehörende Dimethenamid wirkt vorwiegend als Bodenherbizid. Der im Spektrum enthaltene Wirkstoff wird aus Verträglichkeitsgründen erst in den letzten beiden NAK-Spritzungen mit angepassten Wirkstoffmengen eingesetzt. Das Produkt hat seine Stärken in der Versiegelung gegen Hirsen, Amaranth, Nachtschatten und Storchschnabel. Vorsicht bei Mischungen mit Debut.

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