Saatgutbestellung Winterraps

Wann ist Lumiposa ein Muss?


Mit Lumiposa gebeizte Saatgutpartien aus Polen sollen laut Angaben des Handels bereits ausverkauft sein. Vor diesem Hintergrund sollte vor der Saatgutbestellung die Notwendigkeit dieser Beizausstattung für den eigenen Standort überprüft werden.

Der in der Lumiposa-Beize enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole verfügt über eine sehr geringe Wasserlöslichkeit und wird deshalb nur unzureichend in den Spross transportiert. Die Wirkung gegen Erdflöhe und Blattläuse bleibt deshalb weitgehend aus. Auf die Larven der Kleinen Kohlfliege hingegen werden Wirkungsgrade erzielt, die auf dem Niveau der früheren Neonicotinoiden-Beizen, teilweise sogar darüber liegen.

Aus diesem Grund sollte die Lumiposa-Beize vor allem für Standorte gewählt werden, die auch in der Vergangenheit bereits mit hohem Kohlfliegen-Druck zu kämpfen hatten. Das sind in erster Linie leichte, schüttfähige Böden, in die die adulte Kohlfliege ihre Eier leicht ablegen kann. Durch intensive Lockerung (Pflug, Tiefgrubber) mit zumeist unzureichender Rückverfestigung werden die Bedingungen für die Eiablage nochmals deutlich verbessert.

Unter diesen Voraussetzungen ist auf die Lumiposa-Beize in keinem Fall zu verzichten. Sollte die gewünschte Sorte nicht mehr mit Lumiposa zur Verfügung stehen, muss auf eine andere, noch verfügbare Sorte ausgewichen werden. In diesem Fall gilt: Beize vor Sorte, zumal eine spätere Insektizid-Maßnahme gegen die Kleine Kohlfliege wenig hilft.

Auf schweren Böden (mit mehr als 15 Prozent Ton) mit erfahrungsgemäß geringerem Kohlfliegen-Druck kann auf die Lumiposa-Beize verzichtet werden. Hier gilt: Sorte vor Beize.
Grundsätzlich dürfen bei der Abwägung über die Beizausstattung zwei jahresspezifische Effekte zum erwarteten Kohlfliegen-Druck nicht vergessen werden:

1. Aufgrund der hohen Temperaturen im Frühjahr kann sich in diesem Jahr eine 4. Kohlfliegen-Generation heranbilden, die zu einer höheren Populationsdichte im Spätherbst führen dürfte.

2. Dem entgegen steht jedoch die geringe Bodenfeuchte auf vielen Standorten vor allem im Nordosten Deutschlands. Im ausgetrocknetem Oberboden vertrocknen auch die abgelegten Eier der Kohlfliege, was zu einer Ausdünnung der Population führt.

Die nun auch für den Norden angekündigten Niederschläge in dieser Woche dürften aber die Mortalitätsrate der Eier begrenzen und den Populationsaufbau der Kohlfliegen begünstigen.

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