Schädlinge

Blattläuse in den Getreidebeständen


Derzeit herrschen gute Entwicklungsbedingungen für Blattläuse. Temperaturen um die 20 °C mit wiederkehrenden Niederschlägen oder starkem Tau können zu einer explosionsartigen Verbreitung führen.

Schäden durch Blattläuse

  • Saugschaden durch Entzug von Assimilaten und Verminderung des Korngewichtes bis hin zum Ausfall von Körnern.
  • Fakultative Parasiten (z.B. Septoria nodorum, Fusarium spp.) können aufgrund der Pflanzenschädigung und infolge der Honigtaubildung die Pflanzen schneller parasitieren. Vor allem im Roggen ist regelmäßig eine Zunahme von Mutterkorn infolge eines Blattlausbefalls zu beobachten.
  • Blattläuse scheiden im Verlauf des Saugens Amylase aus, die zur Auflösung von Stärke führt. Wenn Blattläuse ab der Milchreife bis Ende der Gelbreife in den Ähren saugen, ist mit Qualitätseinbußen durch abfallende Fallzahlen zu rechnen, zudem steigt das Auswuchsrisiko.
  • Übertragung von Getreide-Virosen: Diese Problematik hat bei einem späten Befall nur mehr eine geringe Auswirkung auf den Ertrag. Durch die Zunahme von mit Virus belasteten Vektoren, die sich auf anderen Wirtpflanzen oder später auf Ausfallgetreide weitervermehren, steigt das Risiko des Virusbefalles im Herbst.

Aufgrund dieser drei Schadrisiken sollte eine Bekämpfung durchgeführt werden, wenn:

  • Blattläuse mit Jungen auf der Blattunterseite auf 10 % der (Fahnen-) Blätter
  • oder 3 bis 5 Blattläuse je Ähre zu Beginn der Blüte
  • oder eine Vielzahl von Blattläuse auf jeder 10. Ähre zu finden sind.

Sie sollten berücksichtigen, dass sich die Blattlauspopulation bei den vorhergesagten hohen Temperaturen innerhalb von wenigen Tagen verdoppelt, nach zehn Tagen sogar vervierfachen kann.

Zur Bekämpfung eignet sich am besten eine Kombination aus Pirimicarb mit verringerter Aufwandmenge + Pyrethroid. Das Pirimicarb erreicht aufgrund der Dampfphase auch versteckt sitzende Blattläuse. Alternativ kann das Thiacloprid mit einer Dauerwirkung von 9 bis 14 Tagen, oder das Flonicamid (Zulassung im Winterweizen) mit einer Dauerwirkung von 18 bis 28 Tagen eingesetzt werden.

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