Schädlinge

Spinnmilben in Sojabeständen

Spinnmilben sind polyphage Schädlinge (Allesfresser), die weltweit vorkommen und viele Kulturen befallen können, so auch die Sojabohnen. Die häufigste Spinnmilbenart ist die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae). Diese Milben sind etwa 0,5 mm groß und mit dem bloßen Auge nur sehr schwer zu erkennen.

Die Milben können enorme Schäden verursachen, in dem sie an der Blattunterseite Pflanzensaft aus den Blattzellen saugen. Dadurch entstehen kleine punktuelle Aufhellungen.
Der Schaden, der dadurch entsteht, entsteht durch den Assimilationsflächen- und Flüssigkeitsverlust. Letztlich wird der Ertrag negativ beeinträchtigt. Stark befallene Pflanzen zeigen ähnliche Symptome wie unter Wasserstress und sterben ab. Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen (über 30°C) begünstigen den Befall. Das ist aktuell in vielen Teilen Deutschlands der Fall.

Nachdem die Milben mit bloßem Auge nur sehr schwer erkennbar sind und die Symptome leicht mit Wasserstress verwechselbar sind, wird der Befall häufig gar nicht als solcher bemerkt. Einfacher zu erkennen sind die feinen Netze an der Blattunterseite in dem die Weibchen die Eier ablegen. Des Weiteren ist es bei der Kontrolle hilfreich, eine Pflanze über ein weißes Blatt Papier zu schütteln und auf diesem zu beobachten, ob sich etwas bewegt.


In den hauptsächlichen Soja-Anbauländern wie in Österreich, Ungarn und Rumänien ist ein Befall vornehmlich in trocken-heißen Jahren zu beobachten. Auch in Deutschland war ein Befall im Sommer 2017 unter sehr trockenen Bedingung zu beobachten. In diesem Sommer (2018) ist selbst in den Grenzgebieten für den Sojaanbau wie in Sachsen-Anhalt Spinnmilbenbefall zu finden. Der Befall hängt stärker mit der Trockenheit (trockene Luft) als mit der Hitze zusammen.
Solange die Blattverluste unter 15 Prozent liegen, ist der wirtschaftliche Ertragsverlust gering.
Eine direkte Bekämpfung mit Insektiziden(Akariziden) ist in Deutschland nicht zugelassen. Die Milben haben viele natürliche Feinde, z.B. Raubmilben, Marienkäfer, Florfliegen und Raubwanzen. Alle Faktoren, die einen Trockenstress verzögern, vermindern das Ertragsrisiko. Dabei spielt die gute Durchwurzelung des Bodens eine wichtige Rolle. In der Regel fallen die Milbenpopulationen nach einer regnerischen (hohe Luftfeuchtigkeit) und kühlen Witterung zusammen.

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