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Starker Distelfalter Zuflug - Problem für die Bestände


In den letzten Tagen ist ein starker Zuflug des Distelfalters (Vanessa cardui) in ganz Europa, auch in Deutschland zu beobachten. Der Schmetterling ist ein Wanderfalter und fliegt aus Nordafrika und Südeuropa (Mittelmeerraum) Richtung Norden.

 

Bei hohen Temperaturen ist das Vorkommen des Falters stärker und in manchen Jahren (z.B. 2003, 2009 und 2015) kann es zu massenhaftem Auftreten und erheblichen Schäden kommen.

Entwicklung des Distelfalters

Die Falterweibchen ernähren sich vom Nektar der Wirtspflanzen und legen die grünlichen Eier (0,5 bis 1,0 mm groß) wenige Tage später auf der Blattoberseite ab. Die Raupen schlüpfen 5 bis 10 Tage später. Der Schaden erfolgt durch den Blattfraß der Raupen. Das Larvenstadium, insgesamt 4 Häutungen, dauert 3 bis 4 Wochen. Danach verpuppt sich die Larve für 10 bis 14 Tage. Die zweite Generation der Falter schlüpft (August/September). Diese Generation verursacht auf den Wirtspflanzen keinen wirtschaftlichen Schaden. In Deutschland werden je nach Temperaturen ein bis zwei Generationen des Falters gebildet. Die letzte Generation fliegt i.d.R. wieder Richtung Süden. Der Falter überwintert nur in sehr milden Jahren auch in Deutschland.

Wirtspflanzen:
• Distel, Sojabohne, Brennesel

Bekämpfung in der Sojabohne:
• Lambda-cyhalotrin - Karate Zeon (Zugelassen in Sojabohne)

Schadschwelle:
• 20 Raupen je laufenden Meter
• 1 bis 2 Befallsnester je 100 m2

Eine Bekämpfung ist in den meisten Jahren nicht notwendig, nur bei massenhaften Zuflug wie in diesem Jahr. Sojaanbauer sollen in den kommenden 10 Tagen (nach dem Flug der Falter) die Bestände auf Eigelege und später auf die kleinen schwarzen Raupen kontrollieren und bei Bedarf bekämpfen.

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