Sojabestände

Rhizobien kontrollieren


Die Sojabohnen befinden sich seit Mitte/Ende Juni in der Blüte und beginnen mit der Hülsenbildung. Soja hat als Eiweißpflanze einen hohen Bedarf an Stickstoff.

 

Als Leguminose kann sie mit Hilfe von Rhizobien (Bradyrhizobium japonicum) elementaren Stickstoff (N2) aus der Luft assimilieren und pflanzenverfügbar machen. Das Soja-Rhizobium ist bei uns nicht heimisch und muss dem Saatgut angeimpft werden.

Die Sojabohne benötigt für 1 t/ha Kornertrag etwa 60 kg/ha N, abhängig vom Proteingehalt. Bei einem Ertrag von 3 t/ha sind das 180 kg N. Rechnet man den N-Bedarf von Stroh, Wurzeln und Blättern dazu kommen weitere 70 bis 100 kg N dazu. Somit benötigt die Soja wenigstens 250 kg/ha N für 3 t/ha Kornertrag und 320 kg/ha N für 4 t/ha Ertrag.

Dieser hohe Bedarf kann unter mitteleuropäischen Bedingungen zu 30 bis 50 Prozent durch die Leistung der Knöllchenbakterien gedeckt werden. Der Rest muss aus der N-Nachlieferung des Bodens kommen. Somit werden die Erträge von Sojabohnen auf stickstoffarmen Böden ohne langjährige organische Düngung oft durch ungenügende N-Versorgung begrenzt.

Häufigste Ursachen für niedrige Erträge ist N-Mangel durch fehlenden oder nicht ausreichenden Rhizobien-Besatz der Wurzel. In diesem Fall darf je nach Bundesland bis zu 60 kg/ha N in mineralischer Form gedüngt werden. Die Düngung sollte bis Ende der Blüte fallen. Spätere Düngungstermine führen zu deutlicher Reifeverzögerung und verzögerter Ernte der späten Sorten.

Wurden genügend Knöllchen gebildet, kann deren Aktivität durch Sauerstoffmangel und/oder Nährstoffmangel (Co, Mo, Fe, Mn, Mg) gestört sein. Das kann durch Pflanzenanalysen nachgewiesen werden. Bei Bedarf ist eine Blattdüngung bis Ende der Blüte sinnvoll.

Die Lebensdauer der Rhizobien nimmt ab der Hülsenbildung drastisch ab. Auf Böden mit geringer N-Nachlieferung kommt es dann zu Engpässen in der N-Versorgung, dadurch wird der Ertrag begrenzt. Gut ernährte Pflanzen (vor allem auch mit Spurennährstoffen) ermöglichen eine längere Lebensdauer der Rhizobien und damit auch eine bessere Stickstofffixierung, letztlich höhere Proteinerträge.

Bei der Kontrolle der Rhizobien werden die Knöllchen zerteilt und deren Farbe beurteilt: Sind die Rhizobien innen rosa bis rot, sind sie voll aktiv. Sind sie jedoch braun, grün oder weiß sind die Rhizobien abgestorben (braune Rhizobien) oder nicht aktiv (grüne und weiße Rhizobien).

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