Feldaufgang

Mit Soja-Saatgut sorgsam umgehen


Die Sojabohne gehört zu den Kulturen mit den höchsten Ansprüchen an die Saatgutqualität. Denn das Korn wird nur von einer dünnen Keimhülle umfasst.

Die Keimhülle kann leicht mechanisch verletzt werden. Dadurch entstehen kleinste Risse (Mikrorisse). Durch diese gelangen Luft und Feuchtigkeit an den Keimling und verursachen Keimhemmung und Triebkraftverluste.
Um die Schäden an den Körnern so niedrig wie möglich zu halten muss bereits ab der Ernte darauf geachtet werden, dass alle Arbeitsgänge schonend durchgeführt werden (Trommeldrehzahl, Druschfeuchte, Fallhöhen etc.). Diese Schritte haben die Landwirte nicht selbst in der Hand, weil sie zertifiziertes Saatgut beziehen.

Saatgutqualität ist in diesem Jahr ein Problem

Aber auch zwischen Ankunft und Aussaat des Saatguts können noch Schäden entstehen, z.B. beim Verladen, Umfüllen und Impfen (zu intensives Mischen, Betonmischer, Schnecken) oder auch in der Sämaschine (z.B. in den pneumatischen Sämaschinen). Das führt zu dem Phänomen, dass eigentlich qualitativ gutes Saatgut zu schlechtem Feldaufgang trotz eines Top-Saatbetts führt. In diesem Jahr gibt es mit der Saatgutqualität große Probleme, deshalb ist der schonende Umgang noch wichtiger.

Die Impfung vom Saatgut mit Rhizobien ist eine wichtige Maßnahme, um den hohen Stickstoffbedarf (70 bis 90 kg N je t) der Sojabohne zu decken. Die Sojabohne kann als Leguminose eine Symbiose mit stickstofffixierenden Knöllchenbakterien bilden. Dafür müssen die nicht heimischen Bakterienstämme (Bradyrhizobium japonicum) separat auf das Saatgut geimpft werden.
Die Knöllchenbakterien sind Lebewesen, die UV- und wärmempfindlich sind. Deshalb sollte mit der Impfung bis kurz vor der Saat gewartet werden. Je mehr Knöllchenbakterien überleben, desto höher der Impferfolg. Grundsätzlich sollen die Impfmittel kühl und vor UV-Licht geschützt gelagert werden. Zum Impfen darf kein gechlortes Wasser zum Anrühren verwendet werden.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Dr. Thomas Mellinger
    Erstellt 17. April 2019 19:47 | Permanent-Link

    Soja ist nicht auf der Liste der Arten, die nachgebaut werden dürfen. Der Nachbau ist daher verboten bzw. illegal. Die Formulierung zu Beginn lässt vermuten, dass dies dem Autor nicht bekannt ist.

  2. agrarzeitung
    Erstellt 18. April 2019 11:12 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Mellinger, dem Autor ist diese Tatsache bekannt. Vielleicht war die Formulierung eines Satzes nicht ganz optimal. Der Satz lautet jetzt: Diese Schritte haben die Landwirte nicht selbst in der Hand, weil sie zertifiziertes Saatgut beziehen.

    Vielen Dank für den Hinweis. Ein frohes Osterfest wünschen

    N.U. Agrar und die agrarzeitung

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