Sojabohnen

Schlechter Feldaufgang


Auf einigen Standorten laufen die Sojabohnen sehr schlecht auf mit Ausfällen bis zu 50 Prozent. Grund dafür sind einerseits Schäden durch Bohnenfliegen, aber auch Samenkörner, die im Boden schleimig vergammelt sind.

 

Ursache dafür ist in der Regel kein Pathogen, was wegen der trockenen Witterung aus dem letzten Jahr auch ausgeschlossen werden kann, sondern die fehlende Triebkraft. Die Körner keimen an, wachsen aber nicht weiter und vergammeln. Dieser Prozess verläuft wegen des hohen Protein- und Fettgehaltes der Samen relativ schnell im Boden ab. Befinden sich die aufgelaufenen Pflanzen im Keimblatt, findet man häufig nur noch den Schleim in den Fehlstellen. Späte Sorten können die Fehlstellen besser kompensieren und sich in den Fehlstellen leichter verbreiten. Das erfordert eine Nachauflaufspritzung.

Die Sojabohne kompensiert Fehlstellen überwiegend über die Korndichte, sprich über die Verzweigungen je Pflanze, Hülsen pro Pflanze und Körner je Hülse. Die Kompensationsmöglichkeit über das TKG ist gering, weshalb sich ein später Pflanzenausfall am schlimmsten auswirkt. Sojabohnen erreichen je nach Witterung und Sorte eine Korndichte von 1.200 (trocken) bis 2.500 (feucht) Körnern/m2. Je Pflanze bildet die Soja 15 bis 60 Hülsen mit 1 bis 3 Körnern und ein TKG von 150 bis 220g.

Sind die Pflanzen halbwegs gut verteilt liegen die Ertragsverluste in Beständen mit 30 Pflanzen/m2 bei 5 bis 10 Prozent , mit 20 Pflanzen/m2 bei 10 bis 20 Prozent und mit weniger als 20 Pflanzen über 20 Prozent.

Ein Umbruch sehr heterogenen Bestände mit weniger als 25 Pflanzen je m2 (über 15 Prozent Ertragsverlust) ist insbesondere im süddeutschen Raum in Betracht zu ziehen, wo noch eine frühe Sorte ohne Probleme nachgesät werden kann. Vorausgesetzt, es gibt das Saatgut dafür.

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