Sojabohnen

Vorauflaufherbizide


Einer der entscheidenden, zugleich aber kritischen Maßnahmen im Sojabohnenanbau ist die Unkrautbekämpfung. Hier kommt es auf den Vorauflauf an.

Bedingt durch die langsame Jugendentwicklung und durch den späten Reihenschluss haben Sojabohnen anfangs eine sehr geringe Konkurrenzkraft gegenüber Leitunkräutern wie Melde oder Gänsefuß, Amarant, Franzosenkraut, Klettenlabkraut oder Knöterich-Arten. Ähnlich wie der Mais verträgt auch die Sojabohne eine frühe Verunkrautung nur sehr schlecht. Zudem sind die Bekämpfungsmöglichkeiten dikotyler Unkräuter im Nachauflauf begrenzt.

Eine Unkrautbekämpfung im Vorauflauf ist deshalb dringend angeraten. Dafür stehen folgende Wirkstoffe mit folgenden Wirkungsschwerpunkten zu Verfügung:

Vorauflaufherbizide:

Metribuzin (z.B. Sencor liquid)
Melde/Gänsefuß, Amarant, Franzosenkraut, Kamille, Windhalm, AFU

Dimethenamid (z.B. Spectrum, Spectrum Plus)
Hirsearten, Amarant, Franzosenkraut, Nachtschatten, Kamille

Clomazone (z.B. Centium)
Klettenlabkraut, Knötericharten

Flufenacet (z.B. Artist)
Hirsearten, Ackerfuchsschwanz, Jährige Rispe

Pendimethalin (z.B. Stomp Aqua, Spectrum Plus)
Melde, Gänsefuß, Amarant, Franzosenkraut, Nachtschatten, Kamille, Windhalm

Das Pendimethalin kann durch Starkregen in den Wurzelraum gewaschen werden und zur „Glasigkeit“ der Stängel führen. Dadurch knicken die Pflanzen sehr leicht um.

Das Metribuzin hat bei manchen Sorten, z.B. ES Mentor und RGT Siroca Verträglichkeits-probleme. Diese traten verstärkt auf, wenn die Bodenoberfläche nach der Applikation des Herbizides bis zum Auflaufen der Pflanzen trocken geblieben ist und es danach erst regnete. Durch die Regenspritzer wurde Erde mit dem Herbizid auf die Blätter gespritzt. Dadurch kam es zu Nekrosen. Regnet es vor dem Auflaufen der Soja, wird der Wirkstoff an die oberste Bodenschicht gebunden. Dadurch war das Schadenrisiko deutlich geringer.

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