Sommergerste

Flugbrand greift über


Nachdem im Laufe des Frühjahrs vermehrt Flugbrand in Wintergerstenbeständen beobachtet werden konnte, ist nun auch Sommergerste in stärkerem Maße betroffen. Über die Gründe kann zunächst nur gemutmaßt werden.

Voraussetzung ist immer ein befallenes Saatkorn. Flugbrandpflanzen unterscheiden sich bis zum Ährenschieben meist nicht von gesunden Pflanzen. Erst dann offenbart sich ein Befall durch das Ausbilden der „Brandähren“, die meist etwas früher erscheinen als gesunde Ähren. Die Sporen aus den Brandähren werden während der Blüte der Gerste mit dem Wind verbreitet (Flugbrand). Es kommt zur Blüteninfektion. Infizierte Kornanlagen bilden ein normales, äußerlich unauffälliges Korn aus, in dem sich bereits das Myzel des Flugbranderregers festgesetzt hat.

Werden befallene Körner als Saatgut verwendet, führt dies nicht zwangsläufig zum Ausbruch der Krankheit im Bestand, da in aller Regel die Beizung eine ausreichende Wirkung entfaltet. Unter trockenen Bedingungen nach der Saat, die sowohl im Herbst 2018 für die Wintergerste als auch im Frühjahr 2019 für die Sommergerste vorherrschten, bildet sich allerdings kein ausreichender Beizhof aus. Die Wirkstoffaufnahme über die Keimwurzel kann dann nicht erfolgen. Eine systemische Wirkung auf das Myzel im Korn über die Spelze, durch die kein Wirkstoff-Transport stattfinden kann, ist nicht möglich.

Zudem steht die Befürchtung im Raum, dass sich auch beim Flugbrand eine „Desensibilisierung“ gegen die zur Verfügung stehenden Beizwirkstoffe entwickelt hat. Der Verwendung sauberer, flugbrandfreier Saatgutpartien kommt unter diesen Umständen eine besondere Bedeutung zu.

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