Sommergetreide, Raps, Zuckerrüben

Kalte Temperaturen – was kann man tun?


Für die laufende Woche werden für weite Teile Deutschlands tagsüber Temperaturen um die 10 Grad Celsius vorhergesagt. Nachts wird vielerorts Bodenfrost angekündigt.

Aus diesem Grunde sollten anstehende Herbizidmaßnahmen im Sommergetreide verschoben werden. Wuchsstoffe scheiden von vornherein aus, da sie höhere Ansprüche an die Temperatur stellen. Die derzeitige Unkrautsituation lässt eine Verschiebung der Herbizidspritzung auch zu. Mit einer späteren Behandlung werden auch typische Frühjahrskeimer wie Melden, Gänsefuß und vor allem Windenknöterich noch sicher erfasst.

Im Raps könnte die Kältephase Befruchtungsprobleme verursachen. Niedrige Temperaturen wirken sich nachteilig auf Fitness und Beweglichkeit der Pollen aus. Dadurch sinkt bei gleichbleibender Schotenlänge die Kornzahl je Schote, was teilweise durch eine höheres Korngewicht kompensiert werden kann. Bei erkennbaren Frostschäden unterstützt Thiophanat-methyl (Kallusbildung) sowie Kalzium und Bor in der Blütenbehandlung die Wundheilung.

Auch in Zuckerrüben sollte die Herbizidbehandlung auf frostfreie Tage verschoben werden. Außerdem muss die Aufwandmenge aggressiver formulierter Produkte wie Maxxpro oder Expert angepasst werden. Daneben sollte möglichst am Abend behandelt werden. Debut-Spritzungen aussetzen, wenn unmittelbar davor oder in den 3 Tagen danach mit Frösten zu rechnen ist.

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